Kein Weitermachen wie bisher: Bevor am Samstag, den 10. Oktober, die Delegierten der Bochumer SPD im Jahrhunderthaus zusammenkommen, verlegen die Sozialdemokraten den Auftakt auf die Straße. Mit einem Demonstrationszug quer durch das Bochumer Zentrum soll ein klares Zeichen gegen das Erstarken und die Normalisierung des Rechtsextremismus gesetzt werden. Eingeladen sind ausdrücklich nicht nur Parteimitglieder, sondern die gesamte Stadtgesellschaft.
Warum demonstriert die Bochumer SPD vor ihrem Parteitag?
Hintergrund des Vorstoßes sind aktuelle politische Entwicklungen in Sachsen-Anhalt, die bei den Bochumer Sozialdemokraten für Alarmstimmung sorgen. Man könne nach diesen Ereignissen schlichtweg nicht zur Tagesordnung übergehen, betont der Parteivorsitzende Serdar Yüksel:
„Wenn Grenzen gegenüber Rechtsextremen verschoben werden, braucht es eine klare und sichtbare Antwort der Demokratinnen und Demokraten. Gerade die Sozialdemokratie trägt aus ihrer eigenen Geschichte eine besondere Verantwortung, Demokratie und Menschenwürde entschlossen zu verteidigen.“
Die Initiative verstehe sich daher nicht als parteiinternes Schaulaufen, sondern als überparteilicher Schulterschluss für alle Menschen in Bochum, denen der gesellschaftliche Zusammenhalt am Herzen liegt.
Wann und wo startet der Demonstrationszug?
Treffpunkt für alle Teilnehmenden ist am Samstag, 10. Oktober, um 9:30 Uhr am Fritz-Husemann-Haus an der Alten Hattinger Straße 19. Nach einer kurzen Sammlung setzt sich der Demonstrationszug um 9:45 Uhr in Bewegung.
Der Zeitplan im Überblick
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09:30 Uhr: Eintreffen am Fritz-Husemann-Haus (Alte Hattinger Str. 19)
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09:45 Uhr: Abmarsch des Demonstrationszuges durch die Innenstadt
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Zwischenstopp: Mahnendes Innehalten am Standort der ehemaligen Synagoge
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Abschluss: Ankunft am Jahrhunderthaus (Alleestraße) und anschließender Beginn des Parteitags
Welche Route nimmt der Zug durch die Bochumer Innenstadt?
Der Weg führt vom Ehrenfelder Rand mitten durch den Stadtkern und verbindet markante Plätze der Stadt:
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Start: Fritz-Husemann-Haus (Alte Hattinger Straße)
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Innenstadt-Achse: Über den Husemann-Platz weiter zum Dr.-Ruer-Platz
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Gedenkort: Standort der ehemaligen Bochumer Synagoge (Huestraße)
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Ziel: Jahrhunderthaus an der Alleestraße
Bewusstes Innehalten am Ort der ehemaligen Synagoge
Eine zentrale Station des Marsches ist der Halt am Gedenkort der ehemaligen Synagoge in der Bochumer Innenstadt. Die SPD verbindet die Erinnerung an NS-Verfolgung, Antisemitismus und die Zerstörung der Demokratie direkt mit der heutigen Verantwortung:
„Dass wir am Standort der ehemaligen Synagoge innehalten, ist bewusst gewählt“, erklärt Yüksel. „Unsere Geschichte verpflichtet uns. ‚Nie wieder‘ darf nicht zu einer bloßen Formel werden. Es bedeutet, heute aufzustehen, wenn Rechtsextremismus gesellschaftlich und politisch Raum gewinnt.“
Wer kann mitmachen?
Der Aufruf richtet sich an alle Bochumerinnen und Bochumer, Initiativen und zivilgesellschaftliche Akteure. Die Botschaft: Die Verteidigung der Demokratie und der Menschenwürde ist eine gemeinsame Aufgabe aller Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich; Interessierte können sich am Samstagmorgen direkt am Treffpunkt oder entlang der Strecke anschließen.