Beitrag: Vonovia Ruhrstadion: Bauaufsicht verhängt sofortiges Hüpfverbot auf der Ostkurve
IMG_6413

Vonovia Ruhrstadion

​Einschneidende Maßnahme für die Fanszene an der Castroper Straße: Im Vonovia Ruhrstadion gilt ab sofort ein striktes Hüpfverbot auf den Stehplätzen der Ostkurve. Wie der VfL Bochum 1848 und die Bochumer Sportstätten Besitzgesellschaft mbH (BoSB) am Mittwoch, 7. Oktober 2026, gemeinsam bekanntgaben, reagieren die Verantwortlichen damit auf eine behördliche Ordnungsverfügung der Bochumer Bauaufsicht. Die Anweisung greift unmittelbar und greift bereits beim kommenden Heimspiel gegen Arminia Bielefeld am Sonntag, 11. Oktober 2026 (Anpfiff: 13:30 Uhr).

​Hintergrund sind vertiefte Untersuchungen zum Schwingungsverhalten der Stehstufenelemente, die ein Ingenieurbüro im Zuge der anstehenden Stadionmodernisierung vorgenommen hatte. Zwar bestätigte das Gutachten die generelle bauliche Tragfähigkeit der Tribüne, wies jedoch nach, dass synchronisierte Massenbewegungen wie rhythmisches Hüpfen oder Springen einen ausgeprägten „Trampolineffekt“ erzeugen. Diese spürbaren Schwingungen können insbesondere bei ungeübten Stadionbesuchern deutliches Unwohlsein und Verunsicherung auslösen.

​Volle Auslastung gerettet – Verbot verhindert Tribünensperrung

​Um die Schwingungsbelastungen zu unterbinden, sah die Bauaufsichtsbehörde als milderes, aber zwingend umzusetzendes Mittel das behördliche Hüpfverbot vor. Für den Verein und die Fans bedeutet dies zumindest im Hinblick auf das Fassungsvermögen Aufatmen: Die Ostkurve bleibt in voller Stehplatzkapazität geöffnet, eine Teilschließung oder komplette Tribünensperrung konnte so vorerst abgewendet werden.

​Das Verbot gilt konkret für die Stehplatzblöcke N2, O, P und Q:

  • ​Untersagt: Synchrone, von Vorsängern oder Fangruppen choreografierte Hüpf- und Sprungeinlagen im Takt von Gesängen.
  • ​Erlaubt: Spontane emotionale Regungen wie der kollektive Torjubel oder normales Mitgehen bei Spielszenen fallen ausdrücklich nicht unter das Verbot.

​Appell an die Fans: Bei Verstößen droht die Schließung der Tribüne

​Der VfL Bochum appelliert mit Nachdruck an das Verantwortungsbewusstsein seiner Anhängerschaft. Bei Zuwiderhandlungen drohen harte behördliche Konsequenzen: Gelingt es Verein und Ordnungsdienst nicht, das rhythmische Hüpfen wirksam zu unterbinden, droht in letzter Konsequenz die vollständige behördliche Stilllegung der gesamten Osttribüne. Dies würde bedeuten, dass bis zu 10.000 Fans ihre Heimspiele nicht mehr im Stadion verfolgen könnten.

​Als positives Vorbild verweist der Klub auf den 1. FC Magdeburg, dessen Fanszene ab 2016 über mehrere Jahre hinweg mit einer vergleichbaren Auflage diszipliniert und erfolgreich umging. In den kommenden Tagen sowie direkt am Spieltag wird der VfL über die genauen Kontroll- und Kommunikationsmaßnahmen im Stadion informieren.

​Eine dauerhafte bauliche Lösung ist bereits in das Gesamtsanierungskonzept des traditionsreichen Ruhrstadions eingebunden. Da die bauliche Ertüchtigung der Stehstufen im Gesamtpaket der Modernisierung schon fest verankert ist, entfallen zeitraubende Neuplanungen. Mit dem planmäßigen Abschluss der Sanierungsarbeiten im Jahr 2028 soll das Hüpfverbot auf der Osttribüne wieder offiziell aufgehoben werden.

Auf Social Media teilen