
Sebastian Kopietz erklärt das Konzept von KIEZ
Foto: Jenny Musall
Was tun, wenn der Super-GAU da ist? Das haben zuletzt die Berliner am Anfang des Jahres festgestellt, als es einen Anschlag auf das Stromnetz gegeben hat. Nun hat Stadtdirektor Sebastian Kopietz über die Situation gesprochen und erklärt, wie sich Bochum im Fall der Fälle gerüstet hat.
Die Naturfreunde Bochum haben Anfang des Jahres im Gemeindezentrum der evangelischen Kirche Bochum-Linden einen Vortrag zu dem Thema „Bevölkerungsschutz in der Zeitwende“ gehabt. In dem Vortrag hat Stadtdirektor Sebastian Kopietz darüber gesprochen, wie die Stadt Bochum für etwaige Ausfälle gewappnet ist und was jeder Einzelne tun kann, um so lange wie möglich ohne Hilfe auskommen zu können.
Gespräche mit der Stadt, wie Bürger sich vorbereiten können
„Wir freuen uns, dass das Thema so großen Anklang findet. Seit Berlin wissen wir, was passieren kann“, sagt Sonja Gräf von den Naturfreunden Bochum. Doch noch bevor der Anschlag in Berlin passierte, haben die Naturfreunde überlegt, dass das Thema aufgegriffen werden muss. So wurde bereits im Herbst vergangenen Jahres bei der Stadt Bochum angefragt, ob über das Thema gesprochen werden kann und wann es möglich ist.
„Wie gut sind Sie selber auf einen Krisenfall vorbereitet, wenn der Strom ausfällt?“, fragt Kopietz in die Runde. Weitere Beispiele sind ein pandemisches Geschehen, zunehmende Klimafolgen wie Hochwasser oder eine mögliche Energiemangellage wie bei Blackout-Szenarien. Was tun, wenn sich die geopolitische Lage so verändert, dass es zu Lieferstopps in der Gas-/Ölversorgung kommt?
Bochumer sollten sich für den Nitfall vorbereiten
Genau damit ist die Stadt Bochum in ihrem Alltag konfrontiert. Denn das Hochwasser 2021 an der Ruhr hat gezeigt, was passiert, wenn ein Starkregenereignis eintrifft. „Hier hatten wir sogar zu viele Menschen, die geholfen haben“, sagt Kopietz. Die vielen Helfer müssen ebenfalls organisiert werden. So hat die Stadt geschaut, wie das Krisenmanagement und der Bevölkerungsschutz besser aufgestellt werden können.
Bereits 2023 sind die ersten KrisenInformationsErsteHilfeZentren (KIEZ) entstanden. Inzwischen sind 15 solcher Zentren im gesamten Stadtgebiet verteilt worden. „Dafür haben wir weiterführende Schulen ausgewählt“, so Kopietz weiter. Eine Wahl auf die weiterführenden Schulen sei deshalb gefallen, weil diese gut erreichbar sind und entsprechende Kapazitäten haben. Sporthallen und Aulen ermöglichen es, dort innerhalb von kürzester Zeit schnell eine Erstversorgung zu ermöglichen.
So sieht der Stadtdirektor die Stadt für den Ernstfall gut aufgehoben. Aber nur, wenn sich alle frühzeitig vorbereiten und informieren, was zu tun ist, wenn es ernst wird. Weitere Informationen zum Programm gibt es unter Bochum.de .
