
Polizeipräsidium Bochum
Die schonungslose Aufarbeitung der eigenen Institutionsgeschichte steht im Mittelpunkt einer besonderen Kooperationsveranstaltung der Volkshochschule (VHS) Bochum und des Polizeipräsidiums Bochum: Unter dem Titel „Schlaglichter – von Verblendung zu Veränderung“ findet am Montag, 28. September 2026, von 16:00 bis 18:00 Uhr eine geführte Besichtigung der historischen Dauerausstellung im Polizeipräsidium an der Uhlandstraße 35 statt.
Ausgangspunkt des Projekts war die Digitalisierung historischer Aktenbestände. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bochumer Polizei nutzten diesen Prozess, um die Rolle der eigenen Behörde während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft unter wissenschaftlicher Begleitung eingehend zu erforschen und kritisch zu hinterfragen. Das Resultat dieser Arbeit ist eine fundierte Ausstellung, die anhand originaler Dokumente, Aktenauszüge und Informationstafeln die aktive Mitschuld und Verstrickung der Bochumer Polizei an NS-Verbrechen dokumentiert.
Deportationen in Konzentrationslager und das Untertauchen nach 1945
Die zweistündige Führung beleuchtet zentrale und bedrückende Facetten des damaligen Behördenalltags. Dargestellt wird unter anderem, wie lokale Polizeikräfte Deportationen von Bochumer Bürgerinnen und Bürgern in nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager organisierten und begleiteten.
Ebenso thematisiert der Rundgang die Zeit nach dem Zusammenbruch des Regimes im Mai 1945: Gezeigt wird, welche Seilschaften und Mechanismen es ehemaligen Angehörigen der berüchtigten Geheimen Staatspolizei (Gestapo) ermöglichten, nach dem Krieg unterzutauchen, sich der juristischen Verantwortung zu entziehen oder teils unbemerkt in den Nachkriegsalltag zurückzukehren.
Die Teilnahme an der Führung (Kursnummer N11100) ist kostenfrei. Aufgrund begrenzter Kapazitäten im Dienstgebäude ist eine vorherige Anmeldung bei der VHS Bochum erforderlich. Diese kann telefonisch unter 0234 910-1555 oder online über das Anmeldeportal auf vhs.bochum.de vorgenommen werden.
