
Die Mac Claymores aus Bochum
(c) Sebastian Sendlak
Highland Games im Revier bieten echten Traditionssport. Der Verein Mac Claymore Bochum verbindet schottische Bräuche direkt mit der industriellen Kulisse des Ruhrgebiets.
Was einst aus einer Not heraus in einer sommerlich gesperrten Sporthalle als Badminton-Gruppe begann, hat sich mit Mac Claymore zu einem Verein für Highländersport im Revier entwickelt. Nach einem ersten Schnupper-Wettkampf bei den Highland Games im Hammer Maximilian Park gründete die Truppe eine feste Gemeinschaft und trat zunächst als Unterabteilung eines bestehenden Klubs an. Im Jahr 2024 folgte schließlich der Schritt in die vollständige Eigenständigkeit als eingetragener Verein. Heute vertritt die Gemeinschaft diesen vielseitigen Mehrkampf offiziell im Stadtsportbund Bochum und bietet Interessierten ein geregeltes Training abseits gewöhnlicher Sportarten.
Highland Sport und schottische Wettkämpfe in Bochum
Der Kern des Vereinslebens dreht sich um einen anspruchsvollen Kraftausdauersport mit insgesamt 14 verschiedenen Disziplinen, die stark an leichtathletische Grundformen erinnern. Beim klassischen Baumstammwerfen geht es keineswegs nur um Weite, sondern vor allem um die saubere Drehung des Holzes in der Luft. Ergänzt wird das Programm durch Disziplinen wie Kugelstoßen, Hammerwurf, Hufeisenwerfen oder das Heben schwerer Steine, die hier als „Stone of Manhood“ bezeichnet werden. Moritz Aderholt-Kaiser erklärt dazu: „Da ist eigentlich für jeden etwas dabei.“
Bei den Ruhrpott Games auf der Zeche Zollern werden nur zehn ausgewählte Wettkämpfe ausgetragen, da der geschotterte Untergrund manche Übungen aus Sicherheitsgründen ausschließt. Eine echte Besonderheit bildet das Ziehen einer Lore auf echten Schienen, was den schottischen Sport unverwechselbar mit der industriellen Geschichte des Ruhrgebiets verknüpft. Der Wettkampf startet erst am Nachmittag und geht bis in die Abendstunden über. „Das Gelände ist gut ausgeleuchtet. Der Förderturm ist schön beleuchtet. Die Kulisse ist geil“, findet Aderholt-Kaiser.
Zeche Zollern und Kilt-Tradition im Ruhrgebiet
Zur schottischen Vereinskultur gehört das Tragen traditioneller Kleidung, wobei die Bochumer Sportler ganz bewusst auf ein rein schwarzes Gewebe ohne fremdes Tartan-Muster setzen. Diese Farbgebung versteht sich als Hommage an das Ruhrgebiet und vermeidet die unberechtigte Nutzung historischer Clan-Muster. Bei offiziellen Wettbewerben gelten zudem klare Kleidungsvorschriften, um den sportlichen Ablauf und den Respekt vor der Tradition zu wahren. Der Webmaster von Mac Claymore, Peter Zander, stellt klar: „Bevor die Frage aufkommt: Beim Wettkampf ist unten drunter Pflicht.“
Die Veranstaltung wird musikalisch von den First Sauerland Pipes and Drums aus Iserlohn begleitet und in Kooperation mit dem befreundeten Clan of Tremonia aus Dortmund ausgerichtet. Für die 22 Vereinsmitglieder steht die Begeisterung an der Gemeinschaft und der Bewegung im Vordergrund, auch ohne familiäre Wurzeln auf den britischen Inseln zu besitzen. Wer die Sportart selbst ausprobieren möchte, meldet sich im Vorfeld digital an, um Trainingszeiten verlässlich abzustimmen. Interessierte erreichen die Sportler über ihre Vereins-Website www.mac-claymore.de sowie über die gängigen sozialen Netzwerke.
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(c) Sebastian Sendlak
