Beitrag: Bundesverdienstkreuz für Carina Gödecke und Grigory Rabinovich
Der Bundespräsident zeichnete das Ehrenamt in Hattingen mit dem Bundesverdienstkreuz aus

(c) Sebastian Sendlak

Carina Gödecke und Grigory Rabinovich haben von Frank-Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. In seinen Ansprachen diesbezüglich hat der scheidende Bundespräsident das ehrenamtliche Engagement hervorgehoben.

Demokratie lebt vom direkten Austausch, vom Zuhören und von Menschen, die Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen. Diesen Grundgedanken stellte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in den Mittelpunkt, als er am 24. September 2026 zum Abschluss seiner dreitägigen „Ortszeit Hattingen“ den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verlieh. Vor der imposanten Kulisse der historischen Gebläsehalle im LWL-Museum Henrichshütte zeichnete das Staatsoberhaupt engagierte Bürgerinnen und Bürger aus. Mit der früheren Landtagspräsidentin Carina Gödecke und Grigory Rabinovich, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen, standen zwei profilierte Persönlichkeiten aus Bochum im Rampenlicht, deren Wirken weit über die Stadtgrenzen hinausreicht.

Starkes Signal für Zusammenhalt und direkte Begegnung

In seiner Ansprache zog Steinmeier ein positives Fazit seines Aufenthalts an der Ruhr und betonte, wie entscheidend das persönliche Gespräch für das gesellschaftliche Gefüge ist. „Austausch braucht Nähe; Nähe braucht Begegnung; und Begegnung braucht Zeit – um ins Gespräch zu kommen, um einander zuzuhören, aber auch um intensiv zu debattieren“, unterstrich der Bundespräsident vor den geladenen Gästen. Viele Menschen fühlten sich angesichts des tiefgreifenden Wandels verunsichert, könnten aber auf Persönlichkeiten zählen, „die sich um mehr kümmern als um sich selbst, die nicht nur sehen, wo Hilfe nötig sein könnte, sondern tatsächlich helfen.“

Verleihung Bundesverdienstkreuz
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Fotos: Jenny Musall, Sebastian Sendlak

Carina Gödecke als Vorbild für gelebte Ehrenamtskultur

Eine dieser zentralen Stützen ist Carina Gödecke. In der offiziellen Würdigung hob Steinmeier hervor, dass sich die Bochumerin seit vielen Jahren mit Nachdruck „für mehr Gerechtigkeit, eine stabile Demokratie, ein friedliches Miteinander und einen funktionierenden Sozialstaat“ starkmacht. Über Jahrzehnte hinweg prägte sie die Landespolitik in Nordrhein-Westfalen als Parlamentarische Geschäftsführerin, Vizepräsidentin und Präsidentin des Landtags.

Ebenso intensiv widmet sich Gödecke dem Ehrenamt. Ihr Engagement reicht von der politischen Bildung im Vorstand des Heinz-Kühn-Bildungswerkes über ihre Aufgabe als Botschafterin der Deutschen Kinderhospizstiftung bis hin zum stellvertretenden Vorsitz beim Kinderhospizdienst Ruhrgebiet. Zugleich übernimmt sie Verantwortung in der Erinnerungskultur – als stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises der Synagoge Bochum-Herne-Hattingen sowie als Kreisvorsitzende in Bochum und Vorstandsmitglied auf Landesebene beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Mit diesem unermüdlichen Einsatz sei sie ein „beeindruckendes Vorbild für gelebte Ehrenamtskultur und gesellschaftliche Verantwortung“.

Grigory Rabinovich stärkt das jüdische Leben im Revier

Als unverzichtbarer Brückenbauer für die Region wurde Grigory Rabinovich mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Die jüdische Geschichte in Bochum reicht über 400 Jahre zurück und wird heute maßgeblich durch die Einheitsgemeinde Bochum-Herne-Hattingen repräsentiert. Rabinovich führt die Gemeinde seit dem Jahr 2002 und „trug wesentlich zur Realisierung dieser Synagoge bei“, die 2007 feierlich geweiht werden konnte. Seit 2019 vertritt er zudem als stellvertretender Vorsitzender die Interessen im Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe.

In der Laudatio würdigte der Bundespräsident insbesondere Rabinovichs zukunftsgewandten Ansatz. Sein Bestreben liege darin, „nicht nur an die Shoah zu erinnern“, sondern das gegenwärtige jüdische Leben in seiner ganzen Vielfalt sichtbar zu machen und fest in den jeweiligen Stadtgesellschaften zu verankern. Unermüdlich setzt sich Rabinovich für den interkulturellen und interreligiösen Dialog ein, um den Zusammenhalt über gesellschaftliche Grenzen hinweg zu stärken und den Boden für gegenseitigen Respekt zu bereiten.

Die Statements der Geehrten

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