Beitrag: Schauspieler Ralf Richter im Alter von 69 Jahren verstorben
Der Cast von „Bang Boom Bang“ auf dem grünen Teppich vor dem UCI

(c) Sebastian Sendlak

Das Ruhrgebiet und die deutsche Film- und Fernsehlandschaft verlieren eines ihrer markantesten Gesichter und ein echtes Original: Der Schauspieler Ralf Richter ist am Dienstag, 15. September 2026, im Alter von 69 Jahren gestorben.

Sein Sohn, der Schauspieler Maxwell Richter (44), bestätigte den Tod seines Vaters gegenüber der „Bild“-Zeitung. Mit Richter geht ein Künstler, der wie kaum ein zweiter den Typus des rauen, ungeschliffenen Malochers verkörperte – kantig, direkt, mit unverwechselbarer Ruhrpott-Schnauze, aber immer mit Herz.

Wie sein Sohn Maxwell schilderte, hatte der Schauspieler bereits seit geraumer Zeit mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen: „Meinem Vater ging es seit Längerem gesundheitlich sehr schlecht. Er litt an COPD und einer Herzunterfunktion. Eine Vene zum Herzen hat nicht mehr richtig gearbeitet. Deshalb war er schon vor ein paar Monaten in der Klinik. Danach hat er weiter abgebaut.“ Auf Instagram nahm Maxwell Richter im Namen von sich und seiner Schwester Aline (34) mit emotionalen Worten Abschied: „Für uns ist gerade eine Welt stehen geblieben. Für viele von euch war er Schauspieler, Kultfigur und ein Gesicht, das Menschen über viele Jahre begleitet hat. Für uns war er vor allem eines: unser Vater.“

Bochumer Wurzeln und steile Karriere

Obwohl 1957 in Essen geboren, war Bochum die eigentliche Heimat und das emotionale Zentrum von Ralf Richter. Hier wuchs er als zweitältestes von acht Kindern in einer katholischen Arbeiterfamilie auf, hier lernte er das Ruhrgebiet in all seinen Facetten kennen. Nach einer Schreinerlehre zog es ihn 1977 eher zufällig an die renommierte Westfälische Schauspielschule Bochum, die er nach zwei Jahren zwar als offiziell „nicht ausbildungsfähig“ wieder verlassen musste – ein Urteil, das die Filmgeschichte bald darauf gründlich widerlegen sollte.

Der große Durchbruch folgte 1981, als Wolfgang Petersen den jungen Darsteller für das Weltkriegsepos „Das Boot“ besetzte. Als derber Zentralemaat Frenssen spielte sich Richter schlagartig ins Bewusstsein eines Millionenpublikums. Es folgten unzählige Engagements in Kino- und TV-Produktionen, darunter Meilensteine wie die legendäre Bergarbeiter-Saga „Rote Erde“, Dominik Grafs „Die Katze“, die Urlauberkomödie „Superstau“ sowie zahlreiche Einsätze im „Tatort“.

Absolute Unsterblichkeit und generationenübergreifenden Kultstatus erlangte Ralf Richter mit den Ruhrgebiets-Klassikern von Regisseur Peter Thorwarth. Als unberechenbarer Krimineller „Kalle Grabowski“ in „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“ (1999) sowie in „Was nicht passt, wird passend gemacht“ schuf er filmische Monumente des Reviers. Neben der Schauspielerei engagierte sich der Vater zweier Kinder und sechsfache Großvater sozial: als Lesebotschafter für den Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung sowie für wohnungslose Menschen. Mit ihm verliert Bochum einen unvergessenen Botschafter, der sich nie verbiegen ließ.

 

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