
Naturfreibad Linden
(c) Sebastian Sendlak
Zufriedenes Fazit mit spürbaren Ausweicheffekten: Während die WasserWelten Bochum stabile Besucherzahlen vermelden und das Bad in Hofstede ein Plus von 60 Prozent verzeichnet, blendet der offizielle Rückblick die anhaltenden Sicherheitsherausforderungen aus.
Mit dem Ende der sommerlichen Hitzewellen haben die WasserWelten Bochum die diesjährige Freibadsaison offiziell beendet. Für den sonnigen Wochenauftakt hielt der Betreiber die Außenbereiche im Freibad Hofstede sowie in der Freizeitwelt Urban Blue spontan noch einen Tag länger geöffnet. Insgesamt verzeichneten die städtischen Freibäder zwischen dem 1. Mai und dem 7. September 2026 exakt 180.199 Badegäste. Trotz des kompletten Ausfalls des Wellenfreibads Südfeldmark, das wegen umfassender Modernisierungsarbeiten die gesamte Saison über geschlossen blieb, erreichten die Zahlen beinahe das Niveau des Vorjahres, als 185.415 Besucher gezählt wurden. Im Jahr 2024 hatten 195.067 Personen die Bochumer Bäder besucht.
Geschäftsführer Marcus Müller zog eine positive Bilanz des Sommers. Bereits der Mai sei gut angelaufen, kräftige Hitzeperioden im Juni, Anfang Juli und Mitte August hätten schließlich für zahlreiche Spitzentage gesorgt. Der publikumsstärkste Einzeltag war der 20. Juni, an dem 8.926 Badegäste Abkühlung in den Becken suchten.
Verlagerung der Besucherströme
Die Schließung der Südfeldmark führte zu einer massiven Verlagerung der Besucherströme auf die verbliebenen Standorte. Den stärksten Zulauf registrierte das Freibad Hofstede an der Stettiner Straße mit einem Zuwachs von rund 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was 46.687 Gästen entsprach. Das Freibad Werne bildete mit 75.138 Eintritten den besucherstärksten Standort, während die Wasser- und Freizeitwelt Urban Blue in Langendreer 34.940 Gäste verzeichnete. Davon nutzten 12.291 Personen bis zur Schließung am 20. Juli das parallel geöffnete Hallenbad. Im Freibad Linden zählten die Kassen 23.434 Badegäste.
Trotz des Dankes der Geschäftsführung an das Bäderpersonal für den personellen Kraftakt lässt der offizielle Saisonbericht zentrale Begleiterscheinungen des Sommers unerwähnt. Auffällig ist, dass die WasserWelten Bochum in ihrer Bilanz keinerlei Angaben zu Vorkommnissen oder Übergriffen machten, die sich insbesondere an extrem heißen Hochsommertagen in stark gefüllten Bädern ereigneten. Auch über den personalintensiven Einsatz von privatem Sicherheitspersonal, Einlasskontrollen und präventiven Schutzkonzepten, die zur Deeskalation an Liegewiesen und Beckenrändern notwendig waren, schweigt die offizielle Mitteilung vollständig.
Mit dem Ende des Sommers wechselt der Fokus nun auf den Hallenbetrieb. Ab der kommenden Woche startet das Frühschwimmen wieder dienstags bis sonntags für jeweils 90 Minuten ab Öffnung in den Hallenbädern Querenburg, Hofstede sowie im neu eröffneten Hallenbad Linden.
