
Versengold auf dem ZfR
(c) Sebastian Sendlak
Das Sparkassenzelt am ZF kocht vor Energie und die Folk-Rock-Band Versengold verwandelt das Gelände mit eingängigen Melodien in ein einziges Mitsing-Ereignis. Kreischende Möwen leiten den Abend ein, während die Menge die Musiker im gut besuchten Zelt frenetisch feiert.
Das Sparkassenzelt am ZF kocht vor Energie und die Folk-Rock-Band Versengold verwandelt das Gelände mit eingängigen Melodien in ein einziges Mitsing-Ereignis. Kreischende Möwen leiten den Abend ein, während die Menge die Musiker im gut besuchten Zelt frenetisch feiert. Wer den norddeutschen Folk-Sound oder Fiddler’s Green schätzt, kommt bei dieser musikalischen Sause voll auf seine Kosten. Die tanzbaren Rhythmen reißen direkt alle anwesenden Zuschauer mit und sorgen für eine ausgelassene Stimmung im Ruhrgebiet. Schon nach dem ersten Song fragt Frontmann Malte scherzhaft in die Menge: „Ihr wollt einen Versengold-Auftritt in diesem Zeltchen?“
Versengold live im Sparkassenzelt in Bochum
Er erklärt den Fans, dass die Band laut Plan eigentlich nur von Donnerstag bis Sonntag spielt und hier so reingerutscht ist, um nun rund zwei Stunden lang Musik zu machen. Direkt danach schiebt er nach: „Machen gleich weiter mit einem Klassiker. In dem geht es darum, dass wir diese schöne Welt gerade kaputtmachen.“ Es folgen kraftvolle Stücke wie „Dieser Tag ist noch fern“, „Klabauterfrau“ und „Der Tag, an dem Götter sich betranken“, bei dem sogar eine Erdkugel durch das Zelt geworfen wird. Die Setlist bietet reichlich Abwechslung, während Nummern wie „Solange jemand Geige spielt“ das Publikum völlig in ihren Bann ziehen.
Im Anschluss präsentiert die Formation Musik vom neuen Album „Eingenordet“ und widmet sich darin unter anderem dem spannenden Thema Ahnenforschung mit dem Song „Die halbe Welt“. Auch „Falscher Leuchtturm“ und „The Devil is a Barmaid“ sorgen für Begeisterung, ehe Frontmann Malte eine kleine Anekdote auspackt: „Wir dachten mal, wir machen mal ein kleines Lagerfeuer auf der Bühne. Haben ja zuerst an Lagerfeuern gespielt. Zusammen am Lagerfeuer singen und ein Weinchen trinken. Mondenschein.“ Nach dem Song „Feuergeist“ hakt der Sänger nach und fragt: „Habt ihr Bock auf Party?“ Das Publikum bejaht diese Frage lautstark und feiert bei „Niemals sang- und klanglos untergehen“ sowie bei „Verliebt in eine Insel“ weiter, wo die Band auf einer kleinen Insel-Bühne direkt im Publikum steht.
Folk-Rock-Konzertbericht aus dem Ruhrgebiet
Bei „Haut mir kein Stein“ wird es plötzlich mucksmäuschenstill im Raum, nachdem Malte die Geschichte zu dem Song erzählt hat, als er als Ersthelfer bei einem Autounfall gewesen ist, und man vor den ersten Akkorden buchstäblich eine Stecknadel hätte fallen hören können. Mit Dons op de vei, Hey Hanna und dem Eingenorded Titelsong vom aktuellen Album zieht die Band alle Register ihres Könnens. Eine humorvolle Ansage über Klopapier teilt im Anschluss gegen all jene aus, die auf Social Media überall ihren Senf dazu geben und ohnehin nur nölen und meckern. Nach „Thekenmädchen“ und „Kobold im Kopf“ geht es direkt weiter in Richtung Zugaben, bei denen die Musiker noch einmal ordentlich einen drauflegen.
Zum Abschied zieht Malte ein herzerwärmendes Fazit: „Bochum hat Bock, wir haben Bock, das hier hat uns nicht enttäuscht.“ Den Schlusspunkt setzt „Die letzte Runde“. So ist es schade, dass das Konzert vor gerade einmal 1.000 Fans im Sparkassenzelt, was sonst etwa 5.000 Stehplätze fasst, stattgefunden hat. Man hat der Band unterschwellig angemerkt, dass sie enttäuscht waren, aber wie Hoyer sagt: „Gestern haben wir vor zehnmal mehr Menschen gespielt, als heute“, was der überragenden Stimmung im Zelt jedoch keinen Abbruch gegeben hat, da die Fans extrem laut sind, feiern, tanzen und jede einzelne Zeile restlos mitsingen.
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