
Propsteikirche St. Peter und Paul
Gemeinsam in Vielfalt: Die Kirchennacht 2026 setzt ein starkes Zeichen für Ökumene, Frieden und Schöpfungsverantwortung
Wenn sich am Samstag, den 5. September 2026, ab 18:00 Uhr die Pforten von 25 Gotteshäusern und kirchlichen Einrichtungen in Bochum und Wattenscheid öffnen, verwandelt sich die Stadt in einen facettenreichen Raum der Begegnung, der Besinnung und des kulturellen Dialogs. Die mittlerweile vierte und zugleich bisher größte Auflage der „Nacht der offenen Kirchen“ steht unter dem Leitwort „Gemeinsam in Vielfalt“ und lädt Menschen aller Generationen und Weltanschauungen bis Mitternacht bei freiem Eintritt dazu ein, sakrale Räume zu nächtlicher Stunde neu zu erleben. Initiiert vom Katholikenrat Bochum + Wattenscheid und getragen von einem breiten ökumenischen Bündnis mit der katholischen Stadtkirche, dem Evangelischen Kirchenkreis sowie der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), spiegelt das Programm ein lebendiges Zeugnis christlicher Verantwortung für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung wider. Als offizieller Medienpartner begleitet das Bochum-Journal dieses stadtweite Großereignis umfassend auf seinen digitalen Kanälen.

(c) Peter Weidemann / Pfarrbriefservice.de
Virtuelle Gebetsbrücke nach Donezk: Zentraler Auftakt für den Frieden
Den feierlichen Ausgangspunkt der Kirchennacht bildet um 17:00 Uhr die zentrale ökumenische Eröffnungsfeier in der traditionsreichen Bochumer Pauluskirche an der Grabenstraße. In Kooperation mit dem Sachausschuss Donezk des Katholikenrates und der Gesellschaft Bochum–Donezk e. V. wird zu Beginn ein völkerverbindendes Zeichen des Zusammenhalts gesetzt: Eine virtuelle Gebetsbrücke schlägt ein sichtbares Band des Friedens und der geschwisterlichen Solidarität zu den Christinnen und Christen in Bochums ukrainischer Partnerstadt Donezk. Das Bochum-Journal überträgt diesen bewegenden Moment als Medienpartner im weltweiten Livestream auf YouTube.
Im Rahmen des Friedensgebetes, das von Stadtdechant Propst Michael Ludwig, Superintendent Dr. Gerald Hagmann, Pfarrer Constantin Decker und dem Katholikenratsvorsitzenden Christian Schnaubelt geleitet wird, trägt die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) das Friedenslicht aus Betlehem feierlich in den Kirchenraum. Als hochrangige Gäste aus Kirche, Gesellschaft und Politik werden unter anderem Weihbischof Ludger Schepers aus dem Bistum Essen, Bürgermeisterin Martina Schnell, ZdK-Mitglied Max Lucks (MdB) sowie Abgeordnete des Europäischen Parlaments, des Bundestages und des Landtages Nordrhein-Westfalen erwartet. Ein anschließendes offenes Beisammensein bis 18:00 Uhr bietet Raum für persönlichen Austausch und Dialog.
Die tiefe Verbundenheit der Konfessionen unterstreicht auch Dr. Gerald Hagmann, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Bochum, in seinem offiziellen Statement zum Großevent: „Die Nacht der offenen Kirchen ist nur ein Beispiel von vielen, an denen die Vielfalt, aber auch die gute Zusammenarbeit der christlichen Kirchen in Bochum ganz augenscheinlich werden. Der Zusammenhalt der Kirchen in Bochum ist keine abstrakte Idee, sondern gelebte Wirklichkeit – getragen von Menschen, die sich füreinander interessieren und gemeinsam Verantwortung übernehmen. So laden wir mit der Nacht der offenen Kirchen und den vielfältigen Programmpunkten dazu ein, die Unterschiede ebenso wie die Gemeinsamkeiten zu entdecken und zu feiern.“
Programm zur Nacht der offenen Kirchen
Geistliche Tiefe, Kunst und gesellschaftliche Verantwortung in den Quartieren
Das dezentrale Abendprogramm erstreckt sich über das gesamte Stadtgebiet und spiegelt die reichhaltige Glaubenslandschaft in Bochum wider. In der Pauluskirche schließt sich ab 18:00 Uhr das Dialogformat „Demokratie & Poesie“ an, bei dem Poetin Jule Weber und musikalische Akzente den Rahmen für moderierte Reflexionen über Zukunftsängste, Schöpfungsverantwortung und gesellschaftliche Zuversicht schaffen. Einen meditativen Kontrapunkt setzt die Propsteikirche St. Peter und Paul in der Innenstadt, wo nach der Abendmesse ab 19:30 Uhr alle 21 Kapitel des Johannesevangeliums in fortlaufender Lesung durch Lektoren vorgetragen werden.
In Altenbochum öffnet die Liebfrauenkirche ihre Pforten unter dem Leitgedanken „Your sound – your space“, der Besucher dazu einlädt, persönliche Lieblingsmusik in der Weite des beleuchteten Kirchenschiffs auf sich wirken zu lassen. In Bochum-Wiemelhausen rücken die Gemeinde St. Johannes und die Kapelle des St. Johannes Stifts die unantastbare Würde jedes Geschöpfes in den Mittelpunkt: Anhand der bekannten Königsfiguren des Künstlers Ralf Knoblauch werden generationenübergreifende Kreativstationen für Familien sowie meditative Wort- und Musikimpulse angeboten. Ein erlebnisorientiertes Highlight für Jugendliche bietet die evangelische Kirchengemeinde Langendreer mit einem erlebnispädagogischen Kletterprojekt im Hochseilgarten der Pauluskirche Langendreer.
Zeitreisen, Musik und Schöpfungserleben von Stiepel bis Wattenscheid
Besondere spirituelle Akzente setzen auch die Gemeinden im Bochumer Süden und Westen. Das Zisterzienserkloster Stiepel lädt von 16:30 Uhr bis in die Nacht zu Klosterführungen, der Teilnahme am lateinischen Chorgebet der Mönche, einer feierlichen Vesper mit Gesängen aus Taizé sowie einer gestalteten eucharistischen Anbetung ein. In der benachbarten historischen Dorfkirche Stiepel entführt das Vokalensemble Cantamore die Gäste ab 19:00 Uhr in eine stimmungsvolle musikalische Zeitreise im Kerzenschein.
In Weitmar schlägt die Heimkehrerdankeskirche im Rahmen ihrer Abschiedswochen einen Bogen von der Friedenssehnsucht der Nachkriegsgeneration zu heutigen globalen Krisenherden, untermalt durch eine Kunstausstellung sowie ein Benefizkonzert des ukrainischen Opernsängers Ilja Manchuk zugunsten der Ukrainehilfe. In der Gemeinde St. Nikolaus von Flüe in Hofstede können Besucher die berühmten Glasfenster des französischen Künstlers Gabriel Loire im Rahmen einer Friedensandacht und Meditation auf sich wirken lassen.
Im Stadtteil Linden gestaltet die Pfarrei St. Franziskus gemeinsam mit der Freikirchlichen Gemeinde ein ökumenisches Dreiklang-Programm mit Andachten in der Liebfrauenkirche, einer Kunstvernissage in der Christuskirche und einem Worship-Café der Band „Everlasting“ im Gemeindezentrum Arche. In Wattenscheid-Höntrop widmet sich die Gemeinde St. Marien mit Tanz, Kurzfilmen und biblischen Texten dem existentiellen Thema des Lebens im Gleichgewicht. Während im Pfarrgarten der BDKJ-Stadtstelle im Ehrenfeld Jurte und Lagerfeuer zum gemeinsamen Verweilen einladen, bietet die St. Vinzentius-Kirche in Harpen mit Krimilesung und Strandatmosphäre einen „Ankerplatz der Vielfalt“.
Die Nacht der offenen Kirchen 2026 zeigt eindrucksvoll, wie christlicher Glaube die Gesellschaft im Ruhrgebiet inspirieren, verbinden und stärken kann. Detaillierte Programminformationen sowie der digitale Flyer stehen auf der Website des Formats unter www.kirchennacht-bowat.de sowie in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #kirchennachtbowat bereit.
