
Radweg
(c) Sebastian Sendlak
ADFC Bochum fordert Einsatz von Scan-Cars und Bus-Kameras gegen Falschparker
Pünktlich zum bevorstehenden Schuljahresbeginn fordert der ADFC Bochum ein deutlich schärferes und digital gestütztes Vorgehen gegen Falschparker auf Schulwegen. Rund 40.000 Schülerinnen und Schüler an etwa 100 Standorten im Stadtgebiet machen sich in Kürze wieder täglich auf den Weg zum Unterricht – zu Fuß, mit dem Fahrrad, im öffentlichen Nahverkehr oder im elterlichen Auto. Um Kindern und Jugendlichen eine sichere und eigenständige Mobilität zu ermöglichen, verlangt der Fahrrad-Club freie Sichtachsen und uneingeschränkt passierbare Verkehrsflächen. Nach wie vor behindern jedoch rücksichtslos abgestellte Fahrzeuge auf Bürgersteigen, Radwegen, in Kreuzungsbereichen sowie an Überwegen den Schulweg und schaffen gefährliche Gefahrenstellen.
Kritik an ineffizienter Kontrolle und personellen Engpässen
Der Verband kritisiert die bisherige kommunale Verkehrsüberwachung als unzureichend und wenig abschreckend für Falschparker. Marek Nierychlo, Vorsitzender des ADFC Bochum, betont, dass das derzeitige Vorgehen viel zu ineffektiv sei und Falschparker aufgrund der personellen Engpässe bei den Ordnungsbehörden kaum Konsequenzen fürchten müssten. Vor diesem Hintergrund fordert der ADFC den Rat der Stadt Bochum auf, die seit dem 1. Juli 2026 geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen im Straßenverkehrsgesetz konsequent auszuschöpfen. Durch den neu eingeführten Paragrafen 63g StVG ist der Einsatz sogenannter Scan-Cars zur automatisierten Erfassung von Verstößen im ruhenden Verkehr unter Berücksichtigung des Datenschutzes bundesweit rechtssicher möglich.
Digitale Erfassung durch Kontrollfahrzeuge und BOGESTRA-Busse
Als wirksame Gegenmaßnahme schlägt der ADFC den Einsatz von kameragestützten Scan-Fahrzeugen vor, die verkehrswidrig abgestellte Autos auf Rad- und Gehwegen oder in Halteverboten im Vorbeifahren automatisiert dokumentieren. Ergänzend regt der Fahrrad-Club an, auch Linienbusse der BOGESTRA mit Frontkameras auszurüsten, um Parkverstöße auf Busspuren und an Haltestellen digital festzuhalten. Auf diese Weise könnten Blockaden im Nahverkehr minimiert und die Sicherheit schwächerer Verkehrsteilnehmer spürbar erhöht werden. Blockierte Wege seien kein Kavaliersdelikt, sondern zwängen vor allem Kinder, Senioren und Radfahrende zum Ausweichen auf Fahrbahnen, weshalb sichere Mobilität aus Sicht des Verbandes zwingend mit freien Wegen beginnen müsse.
