Beitrag: Stadt baut stationsbasiertes Carsharing-Angebot weiter aus
Neue Carsharing-Stationen in Bochum

(c) Sebastian Sendlak

Die Stadt Bochum setzt den Ausbau des Carsharing-Netzes fort. Am Mittwoch, den 12. August, stellten Heike Möller, Leiterin des Amtes für Stadtplanung und Wohnen, sowie Matthias Kall, Geschäftsführer der stadtmobil Rhein-Ruhr GmbH, am Springerplatz eine neue Station vor. Mit dieser Eröffnung wächst das Angebot im Bochumer Stadtgebiet im Jahr 2026 auf insgesamt 51 Fahrzeuge an 24 Standorten.

Kontinuierliches Wachstum und breite Abdeckung in den Stadtteilen

Auf der Grundlage des im Sommer 2025 vom Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur beschlossenen Carsharing-Konzepts strebt die Stadtverwaltung an, jährlich vier bis sechs neue Stationen im öffentlichen Raum auszuschreiben. Ziel ist es, in jedem Stadtbezirk ein flächendeckendes Angebot zu etablieren.

Das Wachstum konzentriert sich längst nicht mehr nur auf die Innenstadt. In diesem Jahr sind bereits neue Standorte in Riemke (Riemke Markt), Langendreer (Langendreer Markt), Weitmar (Weitmar Mitte) und Wattenscheid entstanden. Zudem wurden zentrale Knotenpunkte ausgebaut, darunter der Hauptbahnhof, an dem mittlerweile zehn Fahrzeuge bereitstehen. Um das Angebot auch in Randlagen zu testen, setzt die Stadt an zwei Standorten – unter anderem in Höntrop – auf eine dreijährige Anschubfinanzierung über Landesfördermittel für defizitäre Testphasen.

Stationsbasiertes System zur Entlastung des Straßenraums

Die Stadt Bochum und der Betreiber Stadtmobil setzen bewusst auf ein stationsbasiertes Modell anstelle von Free-Floating-Systemen. Bei diesem Prinzip wird das Fahrzeug an einer festen Station abgeholt und dort wieder abgestellt. Das ermöglicht Kundinnen und Kunden eine verlässliche Buchung mit einem Vorlauf von bis zu 360 Tagen.

Dieses Modell trägt nachweislich zur Entlastung des öffentlichen Raums bei:

  • Stellplatzeinsparung: Ein Carsharing-Fahrzeug ersetzt im Laufe seiner Lebensdauer bis zu zwölf (in dicht besiedelten Gebieten laut Studien bis zu 18) private Personenkraftwagen.

  • Kostenersparnis: Die Nutzung lohnt sich für Haushalte, die weniger als 10.000 Kilometer im Jahr fahren, da Anschaffung, Wartung und hohe Fixkosten entfallen. Die Abrechnung erfolgt nach Zeit und gefahrenen Kilometern inklusive Kraftstoff.

  • Fuhrpark-Mix: Die Flotte besteht zu rund 70 Prozent aus Kleinwagen und wird durch Kombis, Transporter sowie Schalt- und Automatikfahrzeuge ergänzt. Perspektivisch wird der Anteil an Elektrofahrzeugen kontinuierlich erhöht.

Buchung und Ausblick

Das Buchen und Entriegeln der Fahrzeuge erfolgt vollständig digital per App oder über das Kundenportal. Derzeit nutzen im Schnitt etwa 30 Kundinnen und Kunden ein Fahrzeug. Die Vorbereitungen für die nächste Ausschreibungsrunde im Herbst laufen bereits, sodass im Frühjahr 2027 weitere Standorte im Stadtgebiet ans Netz gehen können.

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