
Cranger Kirmes-Umzug und KG „Die Rebellen“
(c) Sebastian Sendlak
Mit einer gigantischen Besucherresonanz, bester Sommerstimmung und einem neuen Teilnehmerrekord ist am Samstag, den 8. August 2026, der traditionelle Festumzug der Cranger Kirmes durch die Straßen gerollt. Mehr als 150.000 Schaulustige säumten die rund vier Kilometer lange Strecke. Aus Sicht der Nachbarstadt Bochum gab es dieses Jahr besonders viel zu bejubeln: Zahlreiche Bochumer Traditionsvereine und Akteure prägten das bunte Treiben auf und neben den Festwagen entscheidend mit.
Bochumer Brauchtum und Karnevalstollitäten mitten im Geschehen
Unter den insgesamt 115 Startnummern und rund 4.500 Aktiven sorgten die Bochumer Gruppen für lautstarke Stimmung und vollen Wurfmaterial-Einsatz. Mit dabei war das Wattenscheider Karnevals-Prinzenpaar, das tanzend die Blicke auf sich zog und königliche Grüße ins Publikum schickte. Auch der VfL Bochum war mit seiner Turn-Abteilung als Fußgruppe in der Nachbarstadt mit dabei.
Auch die traditionellen Gänsereiter aus den Bochumer Stadtteilen Sevinghausen und Höntrop vertraten die heimische Brauchtumspflege eindrucksvoll und wiesen humorvoll auf die tief verwurzelte Geschichte der Region hin. Für echtes Karnevals-Flair garantierte zudem die KG „Die Rebellen“, die mit ihrem umgebauten Bus für ausgelassene Partystimmung entlang der Strecke sorgte. Den geschichtlichen Schulterschluss zwischen Industriekultur und Nachbarschaftspflege bildete schließlich der Förderverein der Zeche Hannover aus Bochum-Hordel, der die Bergbautradition der Hellweg-Stadt im festlichen Tross repräsentierte, dabei jedoch auch einen Fingerzeigt zum LWL präsentierte und dabei nicht an Kritik sparte.
Spektakuläre Kulisse und logistischer Kraftakt
Das enorme Publikumsinteresse – die Behörden verzeichneten mindestens 20 Prozent mehr Gäste als in den Vorjahren – stellte die Logistik vor Ort vor besondere Aufgaben. Die etwa vier Kilometer lange Zugstrecke musste vorab sicherheitshalber ein zweites Mal abgefahren werden, sodass der rund 1,7 Kilometer lange Paradezug um 10:50 Uhr mit leichtem Verzug startete.
Angeführt wurde der Tross von der amtierenden NRW-Kirmeskönigin Julia I. und Schaustellerpräsident Albert Ritter. Entlang der dicht gesäumten Straßen stimmte die Menge immer wieder Dauerbrenner wie „Der Mond von Wanne-Eickel“ an. Erst nach rund 100 Minuten Durchlaufzeit pro Standort löste sich der Zug ab 13:55 Uhr am Kirmesgelände reibungslos auf.
Jury prämiert originelle Motivwagen und Fußgruppen
Eine dreiköpfige Fachjury bewertete im Anschluss die attraktivsten Darbietungen, die sich vielfach am offiziellen Motto „Die galaktische Cranger Kirmes“ orientierten.
Bei den Mottowagen sicherte sich der Kohlensportclub (KSC) Herne 13 einstimmig den ersten Platz mit dem Wolfgang-Petry-Thema „Wolle auf Crange, Wahnsinn trifft Kirmes“. Platz zwei ging an die Wanner Mädels und Jungs („Crange ist nur einmal im Jahr“), gefolgt vom Fachbereich Ausbildung der Stadt Herne auf dem dritten Rang.
In der Kategorie der Fußgruppen holte der Bürgerschützenverein (BSV) Holthausen den Sieg, deren Mitglieder als Außerirdische in Autoscooter-Kostümen überzeugten. Den zweiten Platz sicherten sich die „Engel ohne Grenzen“, während die „Showtanzgruppe Herne ’87“ den dritten Platz belegte. Die Preisgelder fließen erfahrungsgemäß größtenteils direkt in den anschließenden gemeinsamen Bummel der Vereine über den Kirmesplatz zurück.
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