
Schlange
(c) Bundespolizeidirektion Sankt Augustin
Ein ungewöhnlicher und gleichermaßen erschreckender Fall von Tierquälerei beschäftigte die Bundespolizei in der Nacht zum Montag, 3. August 2026, am Bochumer Hauptbahnhof. Eine 37-jährige Frau hatte versucht, ihre lebende Schlange in einem Müllbeutel im Abfalleimer eines Regionalexpresses zu entsorgen.
Zugbegleiter schlägt Alarm auf Gleis 3
Gegen 01:20 Uhr alarmierte der Zugbegleiter des RE 6 die Bundespolizei. Er hatte zuvor beobachtet, wie eine Passagierin versuchte, ein entflohenes Reptil im Zug einzufangen und anschließend im Mülleimer einer Vierersitzgruppe zu verstauen.
Eine herbeigeeilte Streife des Bundespolizeireviers Bochum untersuchte den besagten Abfalleimer auf Gleis 3 und machte eine erschreckende Entdeckung: In einem verknoteten Plastikmüllbeutel lag das Tier, eingequetscht zwischen Müllresten. Die Beamten befreiten die Schlange umgehend aus der Luftnot.
Halterin geständig: Schlange war „zu langweilig und kostspielig“
Die Tatverdächtige, eine 37-jährige Bochumerin, konnte wenige Waggons weiter im Zug angetroffen werden. Bei der Befragung zeigte sie sich geständig: Es handele sich um eine ungiftige Kornnatter, die sie seit einem Jahr besessen habe. Das Reptil sei ihr jedoch mittlerweile „zu langweilig und zu kostspielig“ geworden.
Sie gab an, nie die Absicht gehabt zu haben, das Tier einfach auszusetzen. Stattdessen wollte sie vorgeben, die Schlange selbst im Zug gefunden zu haben, um sie so dem Bahnpersonal zu übergeben.
Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde die Frau entlassen. Die Kornnatter übergab die Bundespolizei wohlbehalten in die Obhut der Feuerwehr Bochum. Gegen die Halterin wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.
