Beitrag: Zustand des Tiny Forest im Stadtgarten Wattenscheid
Neuer „Tiny Forest“ in Wattenscheid

(c) Sebastian Sendlak

Der neu angelegte Tiny Forest auf dem Gelände des ehemaligen Betriebshofs im Stadtgarten Wattenscheid ist aufgrund trockenheitsbedingter Schäden an einzelnen Gehölzen in die öffentliche Diskussion geraten. Ein aktueller Sachstandsbericht der Stadt Bochum vom 22. Juli 2026 stellt die vertraglichen Regelungen, den tatsächlichen Zustand der Bepflanzung sowie das weitere Vorgehen sachlich dar.

Vertraglich gesicherte Dreijahrespflege und Gewährleistung

Für die Bepflanzung und die anschließende Betreuung der Grünfläche hat die Stadt Bochum eine Fachfirma für Garten- und Landschaftsbau beauftragt. Der Vertrag umfasst eine dreijährige Fertigstellungs- und Entwicklungspflege, die Tätigkeiten wie wöchentliches Wässern, Unkrautbeseitigung und das Nachdecken von Rindenmulch beinhaltet. Die jährlichen Pflegekosten belaufen sich auf 26.000 Euro brutto, während die reine Anschaffung und Pflanzung der Gehölze rund 100.000 Euro brutto kostete. Die oft genannten Gesamtkosten von 1,2 Millionen Euro beziehen sich hingegen auf das gesamte Areal der Betriebshof-Entsiegelung inklusive Rückbau und Parkneugestaltung.

Sollten Bäume durch die Hitzeperiode nicht anwachsen, greift die vertragliche Gewährleistung. Der Austausch unzureichend angewachsener Hochstämme erfolgt für die Stadt Bochum vollkommen kostenneutral. Eine endgültige Abnahme der Gehölze findet erst nach einer nachgewiesenen Anwuchsgarantie statt.

Aktueller Zustand der Bepflanzung und Gegenmaßnahmen

Der Zustand des im März 2026 unter Bürgerbeteiligung gepflanzten Mikrowalds stellt sich differenziert dar. Den Sträuchern geht es nach der Pflanzung gut, hier sind nur vereinzelte Ausfälle zu verzeichnen. Bei den Hochstämmen verfärbten sich durch die hohen Temperaturen seit Anfang Juli die Blätter größtenteils braun. Die Rinde an Stämmen und Ästen ist jedoch weiterhin grün, weshalb die Gehölze keineswegs abgestorben sind. Um den Neuaustrieb zu fördern, führt die Fachfirma kurzfristig einen Kronenrückschnitt durch. Ob Bäume letztlich ersetzt werden müssen, kann verlässlich erst im Frühjahr 2027 beurteilt werden.

Einbindung der Bürgerinitiative und Ausblick

Neben der beauftragten Fachfirma engagiert sich eine lokale Bürgerinitiative aktiv für das Projekt. Um die Gewährleistungsansprüche gegenüber der Gartenbaufirma nicht zu gefährden, werden ergänzende Gieß- und Pflegeeinsätze der Initiative eng mit der Stadt und dem Unternehmen abgestimmt. Die Stadt stellt hierfür zeitnah passende Geräte und Bewässerungsmaterialien bereit; eine Wasserstelle im Park ist bereits vorhanden.

Noch im laufenden Jahr soll der Tiny Forest um einen Lernpfad mit Infotafeln ergänzt werden, um das Areal auch für Umweltbildung und Schulen langfristig als Lern- und Begegnungsort zu nutzen.

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