
Kickboxerin aus Bochum – Linn Panzer mit ihrem Trainer Dennis Müssener vom JSC Gerthe
(c) Sebastian Sendlak
Kickboxen ist für Linn Panzer mehr als nur ein Sport. Gemeinsam mit ihrem Trainer Dennis Müssner bildet sie ein eingeschworenes Team, das sich auf Turnieren und Galen beweist. Mit harter Disziplin und purer Leidenschaft kämpft sich die Dortmunderin im Ring stetig nach oben.
Der Weg in den Kampfsport hat für Linn Panzer vor etwa dreieinhalb Jahren begonnen. Wrestling fand die 28-Jährige schon als Kind toll. Nachdem sie eine Internetwerbung gesehen hatte, hat sie sich bei einem Boxkurs angemeldet. Entsprechend sind die ersten Schritte im klassischen Boxen gemacht worden. Doch schnell ist die Liebe zum Kicken dazugekommen und der Wechsel zum Kickboxen vollzogen. Mittlerweile ist sie Teil einer sportlichen Familie geworden und wird von ihrem Umfeld im Fitnessstudio sowie von den Vereinskollegen unterstützt.
Vom Boxkurs im Fitnessstudio zum Kickboxen in Bochum
„‚Willst du nicht mal mit zum Verein kommen, bei dem ich auch Trainer bin? Das Kicken liegt dir total‘, hat Dennis zu mir gesagt“, erinnert sich Linn Panzer. Das Ganze war vor gut dreieinhalb Jahren. Bis zu diesem Zeitpunkt hat Panzer in einem Fitnessstudio an einfachen Boxkursen teilgenommen, die von ihrem Trainer Dennis Müssener geleitet wurden. Müssner ist selbst Kickbox-Trainer beim JSC Gerthe und hat das junge Talent ganz ohne Druck an den Sport herangeführt.
Nach ein paar Monaten kam eine Nachricht von Müssener an seine Schülerin. „Dennis mal einen Flyer geschickt. Das hat als Witz angefangen, als wir gesagt haben: Ach guck mal, da könnte man ja starten“, schmunzelt Panzer. Ihre Antwort war: „Na klar, das mache ich so“, sagt sie achselzuckend. Ihren ersten Kampf hat sie gleich gewonnen. Und eine Geschichte hat ihren Lauf genommen.
Trainer Dennis Müssener ist für Linn Panzer eine wichtige Stütze
Doch die gesamten Vorbereitungen, was Taktik und die Auswahl der Kämpfe angeht, macht die Dortmunderin nicht alleine. „Das macht alles er“, sagt sie und zeigt dabei auf ihren Trainer. „Ich sage mal so: Also Dennis ist das Gehirn und ich setze es nur um. Aber es ist auch viel Disziplin, natürlich. Blut, Schweiß, Tränen sind dabei“, lacht Panzer. So überlegt sich Müssener die passende Strategie für die Kämpfe und wählt diese mit Bedacht aus. So hat sich das Duo ein großes Repertoire erarbeitet, auf das die Kämpferin im Ring zurückgreifen kann, da Müssener die Kämpfe vorher analysiert und seinen Schützling entsprechend auf anzuwendende Taktik und mental einstellt.
Bremsen tun sich die beiden nur, wenn es zu wild und viel wird. „Wenn es zu viele Wettkämpfe hintereinander sind, was manchmal passieren kann, dann bremsen wir uns. Denn es soll ohne Zwang sein und es soll Spaß machen“, sagt Müssener. Natürlich ist der große Galakampf in Paderborn am 20.6.2026 unvergessen. Bei der Menke Fight Night in Paderborn hat sie ihren ersten Profikampf absolviert und auch gleichzeitig gewonnen. „Jetzt steht erst einmal am 25.10. in Langenfeld an und danach steht der schwarze Gürtel, also der erste Dan an“, sagt Müssener, der findet, dass der Fokus nicht durch zu viele Wettkämpfe verloren gehen darf. Hier bremsen sich beide gegenseitig.
Wille, Schweiß und Leidenschaft beim Training
Und doch ist bei Panzer der Wille nach Kämpfen ungebrochen. So bereitet sie sich meistens mit schwereren und größeren Gegnern auf Kämpfe vor, da es schwer ist, in ihrer Gewichtsklasse und Größe eine passende Gegnerin zu finden. Daher sind oftmals die Männer aus dem Verein ihre Sparringspartner. „Es gibt hier einfach keine Frauen, die mein Alter und meine Gewichtsklasse haben“, sagt Panzer. Daher findet das Training oftmals mit Männern statt, die schneller und größer sind als sie. „Männer haben eine andere Muskulatur als Frauen. Wenn ich es schaffe, von denen einzustecken, was soll mir dann passieren, wenn ich gegen eine 50-Kilo-Frau kämpfe? Ich bin dadurch abgehärteter als manch andere Frau.“
Am Wettkampftag erledigt Müssener alles, damit sich Panzer ruhig auf die anstehenden Kämpfe konzentrieren kann. Zur Halle hinfahren, sich aufwärmen, gehört dazu. Doch meistens vergeht noch einige Zeit, bis Panzer selbst im Ring steht. Bis es soweit ist, legt sie sich meistens mit Kopfhörern und Musik etwas schlafen. „Und ich weiß ja, dass Dennis immer alles für mich regelt. Der nimmt ja ganz viel Arbeit von mir ab. Der sagt so, jetzt gehen wir zur Waage, jetzt müssen wir das eintragen. Du hast jetzt noch so und so viel Zeit und wir wissen nicht, wer dein Gegner ist. Du kannst dich noch ausruhen, entspannen, so alles.“ Entsprechend muss sie sich nur auf den Kampf konzentrieren. Denn: „Ich liebe es zu kämpfen.“
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