Beitrag: Gesundheitscafé in Bochum Harpen gestartet
Erstes „Gesundheitscafe“ im Gemeindehaus der St. Vinzentius-Gemeinde in Harpen

(c) Sebastian Sendlak

Das Gemeindehaus der Pfarrei St. Vinzentius ist ein Treffpunkt für Senioren. Neben Kaffee und Austausch steht nun in Abständen das Thema Gesundheit im Mittelpunkt.

Regelmäßige Treffen unter dem Motto „Kaffee und Keks“ bekommen eine Ergänzung im Gemeindehaus der Pfarrei St. Vinzentius in Bochum-Harpen. Jetzt hat zum ersten Mal das Gesundheitscafé erneut seine Türen geöffnet. Dabei geht es nicht nur um das gemütliche Beisammensein, sondern vor allem um fachliche Impulse für den Alltag. Thomas Pietsch von der ruhr-konzeptpflege GmbH, Dr. Sabine Lorenz und Physiotherapeut Marc Henkel haben durch das Programm geführt.

Fachliche Einblicke zur Hüftarthrose in Bochum-Harpen

Thomas Pietsch von der ruhr-konzeptpflege GmbH betont die regionale Relevanz des Angebots für die Anwohner. „Wir sind nah in Harpen, wir haben auch viele Kunden in und um Harpen, in Gerthe und in Hamme und in Grumme“, erklärt Pietsch die Verankerung im Stadtteil. Die Veranstaltung zielt darauf ab, Hemmschwellen abzubauen und Unterstützung bei pflegerischen Fragen direkt vor Ort anzubieten.

Das Thema Hüftarthrose hat im Zentrum der Vorträge gestanden, da viele Senioren im Alltag mit entsprechenden Beschwerden zu kämpfen haben. Dr. Sabine Lorenz beschreibt anschaulich, wie der natürliche Verschleiß im Gelenk entsteht und welche Warnsignale der Körper sendet. „Schmerzen in der Leiste sind ein ganz typisches Anzeichen dafür, dass die Hüfte Unterstützung benötigt“, erläuterte sie dem Publikum. Die Medizinerin rät den Anwesenden dringend davon ab, sich in einer dauerhaften Schonhaltung einzurichten, da Bewegung für die Gelenkschmiere unerlässlich sei. Sie betonte zudem, dass eine Gewichtsabnahme den Druck auf die Gelenke spürbar reduzieren kann.

Ernährung stellt nach Einschätzung der Expertin einen weiteren entscheidenden Hebel für das eigene Wohlbefinden dar. „Versuchen Sie Schweinefleischkonsum wirklich zu reduzieren, weil saure Substanzen in die Gelenke gehen und die Beschwerden verschlimmern“, erklärte Dr. Lorenz. Stattdessen empfahl sie die mediterrane Küche mit viel Gemüse, Olivenöl und Fisch als gelenkschonende Alternative. Ein besonderer Tipp betrifft Flohsamenschalen, die in Form von Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmend auf den Körper wirken können. Der humorvolle Hinweis, dass der Kuchen an diesem Nachmittag trotzdem genossen werden durfte, sorgte für eine gelöste Stimmung.

Physiotherapie und Bewegung als Prävention im Ruhrgebiet

Marc Henkel ergänzte die medizinische Perspektive durch einen physiotherapeutischen Blick auf die Kraft der eigenen Muskulatur. „Prävention kann man sehen wie Zähneputzen, denn das ist eine tägliche Aufgabe“, erklärt Henkel den interessierten Besuchern. Er hebt hervor, dass Bewegung – sei es Spazierengehen oder Schwimmen – entzündungshemmende Botenstoffe freisetzt, die dem ganzen Körper guttun. Henkel rät außerdem dazu, die eigene Lebensqualität zum Maßstab für Entscheidungen zu machen, statt sich frühzeitig für eine Operation zu entscheiden. Er unterstreicht, dass konservative Ansätze durch gezieltes Training oft erstaunliche Erfolge erzielen können.

Die Entscheidung für einen künstlichen Gelenkersatz müsse jedoch jeder Betroffene letztlich für sich selbst und in Absprache mit den behandelnden Ärzten treffen. „Niemand soll so lange Schmerzen erleben, denn das, was man konservativ vorher versucht, ist genau das, was wir nach einer OP machen“, ergänzte Henkel. Den Teilnehmern ist deutlich gemacht worden, dass gerade in akuten Phasen der Schmerzfreiheit der Schmerzfreiheit Vorrang vor gesteigerter Aktivität gebührt. Der Nachmittag hat den Gästen ausreichend Raum geboten, um Fragen zu stellen und die Angebote der lokalen Akteure besser kennenzulernen. Das Gesundheitscafé soll auch in diesem Jahr noch einmal stattfinden. Wann genau, das steht noch nicht fest.

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