
Phoebe Schmitz vom Box Sport Club 21 Wattenscheid e.V. hat bei den Deutschen Meisterschaften der U19 in Warnemünde Bronze geholt.
(c) Sebastian Sendlak
Was für ein Wechselbad der Gefühle für den Box Sport Club 21 Wattenscheid e.V.: Beim hochkarätig besetzten Box-Event „Battle in Manhattingen“ in Hattingen schickte der BSC drei seiner vielversprechendsten Nachwuchstalente in den Ring. Am Ende eines intensiven Kampftages feierte die Wattenscheider Delegation zwei furiose Siege und musste sich mit einem hochgradig umstrittenen Kampfrichterurteil abfinden.
Die Zuschauer in der Halle erlebten eine sportliche Achterbahnfahrt, bei der die drei Wattenscheider Athleten Phoebe Schmitz, Levin Yildirim und Mert Ugur durchweg starke Leistungen zeigten. Die mitgereiste BSC-Ecke durfte sich über hochklassiges, offensives Boxen freuen.
Überzeugender Arbeitssieg für Phoebe Schmitz zum Auftakt
Den perfekten Start in das Event erwischte Phoebe Schmitz, die in der Altersklasse U19 (bis 54 kg) gegen ihre Kontrahentin aus Pulheim antrat. Von der ersten Sekunde an übernahm die Wattenscheiderin die Initiative im Ring. Mit konsequentem Vorwärtsboxen setzte sie ihre Gegnerin permanent unter Druck und landete im Verlauf des Kampfes immer wieder klare und Wirkung hinterlassende Treffer.
Bereits in der ersten Runde schlug die Dominanz von Schmitz voll durch, sodass die Pulheimerin vom Ringrichter angezählt werden musste. Auch wenn im weiteren Kampfverlauf verständlicherweise noch nicht alle Abläufe perfekt funktionierten, geriet der Punktsieg für die BSC-Boxerin zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr. Am Ende stand ein hochverdienter und hart erarbeiteter Erfolg zu Buche.
Umstrittenes Urteil: Zuschauer-Schweigen nach Levin Yildirims Kampf
Im zweiten Duell des Tages erlebte die Halle das sportliche Drama des Wochenendes. Levin Yildirim stieg in der Klasse U17 (bis 60 kg) in den Ring und erwischte einen Auftakt nach Maß. Er dominierte die erste Runde so eindrucksvoll, dass sein Kontrahent nach einer Serie harter Treffer ebenfalls angezählt werden musste. Nach einem Durchhänger in der zweiten Runde, in der Yildirim etwas zu passiv agierte und den Durchgang abgeben musste, fand der Wattenscheider in der dritten und entscheidenden Runde zu seiner alten Stärke zurück. Mit klarem, druckvollem Boxen bestimmte er wieder das Geschehen.
Umso fassungsloser reagierten Sportler, Trainer und Fans auf das offizielle Urteil: Die Kampfrichter werteten den Fight mit 2:1 Stimmen zugunsten des Gegners. Die Fehlentscheidung sorgte für kollektives Unverständnis im Publikum. Nach der Verkündung breitete sich eine ungewöhnliche Stille in der Halle aus – selbst der zum Sieger erklärte Boxer erhielt für seinen Erfolg keinen Applaus. Aus Sicht des BSC schaden solch bedauerliche Urteile dem Boxsport und werden dem enormen Einsatz der jungen Sportler im Ring nicht gerecht.
Blütenweiße Weste: Mert Ugur erzwingt vorzeitigen Abbruch
Den goldenen und absolut entschädigenden Schlusspunkt setzte schließlich Mert Ugur in der Kategorie U19 (bis 65 kg). Um jeglichen Diskussionen am Kampfrichtertisch von vornherein aus dem Weg zu gehen, wählte Ugur die maximale Offensive gegen seinen Kontrahenten aus Velbert. Mit extrem hohem Tempo und sehenswerten Schlagkombinationen dominierte er das Geschehen nach Belieben.
In der zweiten Runde wurde der Druck schließlich zu groß: Der Velberter Boxer musste den Kampf vorzeitig aufgeben. Für Mert Ugur bedeutet dieser beeindruckende Erfolg einen ganz besonderen Meilenstein in seiner noch jungen Karriere: In seinem insgesamt fünften Kampf feierte er den fünften Sieg und behält somit weiterhin eine absolut blütenweiße Weste im Ring.
Ein großes Lob richtete der BSC 21 Wattenscheid im Nachgang an die Organisatoren in Gronau sowie insbesondere an den Boxring Hattingen, die das sportliche Event hochprofessionell und perfekt auf die Beine gestellt hatten.
