Beitrag: Runder Tisch im Rathaus: Sportjugend Bochum im Gespräch mit der Stadt
(c) Sportjugend Bochum

Wie sieht die Zukunft des Nachwuchs- und Vereinssports in Bochum aus? Um die drängendsten Probleme im Vereinsalltag anzusprechen, trafen sich die Sportjugend Bochum und aktive Vereinsvertreter zu einem intensiven Austausch mit der Stadtverwaltung im historischen Rathaus. Auf dem Wunschzettel stehen vor allem der Abbau des Sanierungsstaus und digitale Erleichterungen.

Der Kinder-, Jugend- und Vereinssport in Bochum steht vor großen Herausforderungen. Um diese offen anzusprechen und gemeinsam nach zukunftsfähigen Lösungen zu suchen, war die Sportjugend im Stadtsportbund Bochum am Donnerstag, den 9. Juli 2026, zu Gast im Bochumer Rathaus. Zu dem konstruktiven Dialog kamen hochrangige Vertreter der Stadtverwaltung zusammen, darunter Dietmar Dieckmann, Dezernent für Bildung, Integration, Kultur und Sport, sowie Falko Hildebrand und David Aminian als Leitungsteam des Referats für Sport und Bewegung.

Ein besonderer Fokus des Treffens lag darauf, die Sichtweise des organisierten Sports direkt aus der Praxis in die Verwaltung einzubringen. Neben der Sportjugend-Führung um den Vorsitzenden Heiko Schneider, den stellvertretenden Vorsitzenden Ulrich Kupke und Jugendsprecherin Romina Wachholz nahmen deshalb auch aktive Vereinsvertreter teil. Eva Strack (Budoka Höntrop), Mandy Pulla (Starlets Cheerleader Bochum), Stefan Wachholz (TV Gerthe) und Martin Brandenburg (DLRG) schilderten eindringlich die aktuellen Hürden aus ihrem jeweiligen Vereinsalltag.

Sanierungsstau abbauen und verlässliche Schlüsselgewalt garantieren

In der offenen Atmosphäre des Rathauses kristallisierten sich schnell konkrete Kernforderungen an die Stadt heraus. Ein zentrales Thema war der Zustand der sportlichen Infrastruktur. Die Vereinsvertreter forderten den konsequenten Abbau des bestehenden Sanierungsstaus und den Bau zeitgemäßer Allround-Sporthallen, die modernen sportlichen Ansprüchen gerecht werden.

Zudem wurde eine verlässliche Regelung bei der Schlüsselgewalt für Hallen und Plätze angemahnt. Um den Trainings- und Spielbetrieb verlässlich planen zu können, benötigen die Vereine garantierte und unkomplizierte Zugänge zu ihren Sportstätten – ausdrücklich auch an Wochenenden sowie während der Schulferien.

Das Ziel: Kein Kind ohne Schwimmabzeichen

Besonders emotional und dringlich wurde die Situation rund um die Bochumer Bäderlandschaft diskutiert. Die Sportjugend und die Vereine machten deutlich, dass im Stadtgebiet dringend mehr Lehrschwimmbecken benötigt werden. Die klare Zielsetzung der Akteure lautet hierbei: Kein Kind darf in Bochum die Grundschule verlassen, ohne sicher schwimmen zu können. Um dies zu gewährleisten, müssen die Kapazitäten für den Schwimmunterricht und die Vereinsarbeit dringend ausgebaut werden.

Digitalisierungsoffensive: Sportstätten per App und Klick verwalten

Neben baulichen Maßnahmen fordert der organisierte Sport eine zeitnahe Digitalisierung der Verwaltungsprozesse, um die ehrenamtlichen Vorstände zu entlasten. Statt langwieriger Zettelwirtschaft und endloser E-Mail-Schleifen soll ein modernes, digitales Buchungs- und Informationssystem für alle städtischen Sportstätten eingeführt werden, über das freie Hallenzeiten unkompliziert online reserviert werden können.

Zudem schlugen die Vereinsvertreter vor, die Bochumer Sportstätten direkt in die bereits bestehende städtische Mängelmelder-App zu integrieren. Auf diese Weise könnten defekte Hallenböden, kaputte Duschen oder Schäden an Sportgeräten von den Vereinen schnell, unkompliziert und digital direkt an das Sportreferat übermittelt werden.

Die Beteiligten bedankten sich für den wertschätzenden Austausch und betonten, dass die Rahmenbedingungen für den Nachwuchs- und Vereinssport im Revier nur durch einen dauerhaften Dialog und eine enge Zusammenarbeit nachhaltig verbessert werden können.

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