
Großer Andrang beim Familientag im Tierpark
(c) Sebastian Sendlak
Mit rund 30 Institutionen und über 2.000 Besuchern setzt die landesweit einzigartige Netzwerk-Veranstaltung ein starkes Zeichen für soziale Teilhabe.
Der Tierpark + Fossilium Bochum verwandelte sich am vergangenen Sonntag in eine lebendige Plattform für Begegnung, Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zum 20. Mal jährte sich der Bochumer Familientag, der unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Jörg Lukat stand. Mehr als 2.000 große und kleine Besucher nutzten das vielseitige Angebot aus Mitmachaktionen, Beratung und Unterhaltung. Dank der tatkräftigen Unterstützung lokaler Sponsoren genossen Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre an diesem Tag komplett freien Eintritt. Das Großereignis bot rund 30 karitativen Einrichtungen, Vereinen und kommunalen Ämtern die Gelegenheit, die enorme Vielfalt des sozialen Engagements in Bochum sichtbar zu machen.
Einzigartiges trägerübergreifendes Konzept in NRW
Die historischen Wurzeln der traditionsreichen Veranstaltung reichen bis in das Jahr 2004 zurück, als die damalige nordrhein-westfälische Sozialministerin Birgit Fischer eine landesweite Initiative ins Leben rief. Während vergleichbare Formate in anderen Städten im Laufe der Jahre wieder eingestellt wurden, entwickelte sich das Bochumer Modell kontinuierlich weiter. Heute gilt der Familientag nach aktuellem Kenntnisstand als die einzige Veranstaltung dieser Art in ganz Nordrhein-Westfalen, die dieses trägerübergreifende Konzept aktiv pflegt. Das Treffen bündelt das größte Netzwerk familienunterstützender Organisationen der Stadt – von der Arbeiterwohlfahrt über die Diakonie bis hin zu UNICEF –, um soziale Unterstützungsstrukturen direkt greifbar zu machen.
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Tierpark baut Barrieren und Berührungsängste ab
Der Tierpark Bochum übernimmt bei diesem Großprojekt eine ganz bewusste und strategisch wichtige Vermittlerrolle im städtischen Leben. Als generationsübergreifend anerkannter und positiv besetzter Ort erreicht die Freizeiteinrichtung Menschen aller Altersgruppen und sozialen Milieus jenseits klassischer Behördenstrukturen. „Wir als Tierpark Bochum fungieren als Brücke zwischen den sozialen Akteuren der Stadt und den Bürgerinnen und Bürgern“, erklärt Zoodirektor Ralf Slabik den Kerngedanken. Die wichtige Arbeit karitativer Einrichtungen werde so direkt in die Mitte der Stadtgesellschaft getragen. Gleichzeitig gelinge es in der ungezwungenen Atmosphäre hervorragend, bürokratische Hemmschwellen abzubauen, tiefes Vertrauen zu schaffen und Begegnungen auf Augenhöhe zu ermöglichen.
Nachhaltige Bildung und buntes Bühnenprogramm
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Jubiläumsveranstaltung lag in diesem Jahr auf der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Als zertifiziertes BNE-Regionalzentrum nutzte der Tierpark die Angebote seiner Zooschule, um aufzuzeigen, dass zukunftsfähige Entwicklung immer auch eine starke soziale Komponente beinhaltet. Flankiert wurde der Aktionstag von einem abwechslungsreichen Kulturprogramm auf der Festbühne. Lokale Gruppen wie die Musikschule Bochum, der TVK Wattenscheid und die Ballettschule Danc’n Fun begeisterten die anwesenden Gäste mit musikalischen und künstlerischen Darbietungen. Für einen wichtigen gesellschaftlichen Impuls sorgte zudem das LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität mit einem viel beachteten Fachbeitrag zum Thema Internetsucht.
