
Großbrand an der Hattinger STraße-24
(c) Sebastian Sendlak
Die Feuerwehr Bochum fordert nach dem Großbrand an der Hattinger Straße Spezialkräfte aus Wuppertal an, um versteckte Brandnester im einsturzgefährdeten Gebäude zu löschen.
Der verheerende Großbrand an der Hattinger Straße im Bochumer Stadtteil Linden beschäftigt die Rettungskräfte auch Tage nach dem eigentlichen Ausbruch weiter intensiv. In den vergangenen Tagen kam es innerhalb von Zwischendecken und Hohlräumen in den Wänden des betroffenen Gebäudes wiederholt zum Aufflammen von hartnäckigen Glutnestern. Da das Bauwerk vom Bauordnungsamt als akut einsturzgefährdet eingestuft wurde und ein Betreten aus Sicherheitsgründen unmöglich ist, gestaltete sich die direkte Brandbekämpfung als extrem schwierig. Um die versteckten Gefahrenherde dennoch gezielt und ohne Risiko für die Statik zu eliminieren, musste am heutigen Montag eine Sondereinheit der Feuerwehr Wuppertal mit technischem Spezialgerät angefordert werden.
Hochdruck-Schneidtechnik durchbricht Barrieren
Die Bochumer Wehr setzte für den komplizierten Einsatz einen eigenen Feuerwehrkran inklusive einer speziellen Arbeitsplattform ein, um den Dach- und Wandbereich sicher von außen zu erreichen. Über diese Plattform brachten die Experten aus Wuppertal das sogenannte „Cobra-Löschsystem“ zum Einsatz, das für derartige Extremlagen konzipiert ist. Bei diesem Verfahren wird mithilfe einer speziellen Hochdrucklanze und unter Beimischung von abrasivem Material ein winziger, präziser Zugang durch die Außenwände und Decken geschnitten. Durch die so entstandenen Öffnungen wird im Anschluss Wasser mit extrem hohem Druck direkt in die betroffenen Hohlräume gepresst, wodurch die Glutnester effektiv erstickt werden, ohne das Mauerwerk weiter zu belasten.
Große Belastung für die Retter bei Sommerhitze
Die aufwendigen Arbeiten zogen sich über Stunden hin und verlangten den beteiligten Kräften bei den anhaltend außergewöhnlich hohen Sommertemperaturen körperliche Höchstleistungen ab. Neben den Einheiten der Berufsfeuerwehr waren die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr aus Eppendorf, Höntrop und Wattenscheid vor Ort eingebunden, während die Johanniter-Unfall-Hilfe die sanitätsdienstliche Versorgung und Verpflegung übernahm. Am Nachmittag konnte die Maßnahme schließlich erfolgreich beendet werden. Die Bochumer Einsatzleitung sprach den Kollegen aus Wuppertal einen besonderen Dank für die Bereitstellung der Spezialtechnik und des Fachwissens aus, womit der lang andauernde Einsatz nun offenbar endgültig abgeschlossen werden konnte.
