
Florian Lohkamp (links) und Pinar Sahbaz erhalten ein EXIST-Gründungsstipendium
© RUB, Marquard
Mit Unterstützung der Ruhr-Universität und einem EXIST-Stipendium entwickelt ein junges Trio eine kompakte, schonende Blattmühle für zu Hause und Cafés.
Egal ob pflanzliche Lebensmittel oder wertvolle Arzneistoffe – die Basis für viele Produkte bilden gemahlene Blätter. Bei den herkömmlichen, industriellen Produktionsverfahren gibt es jedoch ein großes Problem: Durch die entstehende Reibungshitze und die anschließende Oxidation gehen viele der wertvollen, sensiblen Inhaltsstoffe unwiederbringlich verloren. Ein innovatives Gründungsteam der Ruhr-Universität Bochum (RUB) schickt sich nun an, genau diesen Missstand zu beheben. Pinar Sahbaz, Absolventin der RUB, entwickelt gemeinsam mit ihren Mitstreitern Florian Lohkamp und Ahmed Erciyaz ein völlig neuartiges, schonendes Mahlverfahren. Das ambitionierte Vorhaben hat nun auch auf Bundesebene überzeugt und wird mit einem namhaften Stipendium gefördert.
Frischer Matcha direkt an der Theke dank kompakter Technik
Die Vision des Trios ist eine Kaffeemühle im Miniformat, die speziell für Blätter optimiert ist. Ihre neu konzipierte Mühle soll so kompakt gebaut sein, dass sie problemlos in den eigenen vier Wänden oder direkt auf der Theke im Café Platz findet. So ließen sich beispielsweise hochwertige Teeblätter für die Zubereitung von traditionellem Matcha-Tee erst unmittelbar vor dem Verzehr frisch und unter maximaler Schonung der Aromen und Inhaltsstoffe mahlen.
Für die einjährige Entwicklungsphase erhält das Start-up eine kräftige finanzielle Starthilfe. Im Rahmen des renommierten EXIST-Gründerstipendiums, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vergeben wird, fließen insgesamt 113.000 Euro in das Bochumer Projekt.
Vom Wuppertaler Schulhof zum Hightech-Prototyp an der RUB
Die Wurzeln des Start-ups liegen nicht im Labor, sondern auf dem Schulhof: Die drei Teammitglieder kennen sich bereits seit gemeinsamen Schulzeiten und machten ihr Abitur im nahegelegenen Wuppertal. Nach der Schulzeit trennten sich ihre Wege zunächst im Studium. Pinar Sahbaz absolvierte an der RUB den Studiengang Sales Engineering und Product Management, Florian Lohkamp spezialisierte sich auf den Bereich Taxation und Ahmed Erciyaz vertiefte sich in die Fahrzeugtechnik. „Nach meinem Studienabschluss habe ich erstmal gearbeitet, aber der Gedanke an eine Unternehmensgründung hat mich nie losgelassen“, blickt Initiatorin Pinar Sahbaz zurück.
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Der Weg zur fertigen Innovation im Überblick:
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Der Impuls: Die grundlegende Idee für die neuartige Mühle entwickelte Sahbaz zunächst im Rahmen eines vorausgegangenen EXIST-Women-Stipendiums.
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Das Netzwerk: An ihrer Alma Mater, der Ruhr-Universität, stieß die Gründerin auf ein breites Unterstützungsnetzwerk. Sven Maihöfer, Annabelle Beyer und Christiane Jonietz vom Gründerzentrum Worldfactory begleiteten den Prozess intensiv.
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Die Expertise: Für die technische Umsetzung sicherten sich die Jungunternehmer das werkstoffkundliche Know-how von Dr. Jonathan Lenz und Prof. Dr. Sebastian Weber.
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Da Sahbaz und ihre Schulkameraden über die Jahre hinweg immer engen Kontakt gehalten hatten, reichte eine kurze Anfrage, um das interdisziplinäre Team perfekt zu machen.
3D-Druck und Patentierung am Lehrstuhl Werkstofftechnik
Aktuell schlägt das Herz des Start-ups am Lehrstuhl für Werkstofftechnik von Prof. Sebastian Weber. In den dortigen Universitätslaboren treiben die drei Gründer ihr Projekt mithilfe modernster Fertigungsverfahren voran. Unter dem Einsatz von innovativem Metall-3D-Druck soll in den kommenden Wochen der allererste voll funktionsfähige Prototyp der Blattmühle hergestellt und weitreichenden Belastungstests unterzogen werden.
Gleichzeitig verliert das Team den Markt nicht aus den Augen. „Wir sind bereits im engen Kontakt mit potenziellen Kunden und streben parallel eine umfassende Patentierung unserer innovativen Mahltechnik an“, erklärt Teammitglied Florian Lohkamp die nächsten strategischen Schritte des jungen Bochumer Unternehmens.
