
Podiumsdiskussion auf dem „Gutes Morgen Festival“
(c) Sebastian Sendlak
Das erste Juniwochenende stand in Bochum ganz im Zeichen der gesellschaftlichen und ökologischen Transformation. Insgesamt 13.000 Besucherinnen und Besucher strömten am Samstag und Sonntag, 6. und 7. Juni 2026, zum „Gutes Morgen Festival“ in und um die historische Jahrhunderthalle.
Trotz zeitweiligen Regens verwandelte sich das Areal in ein lebendiges Forum für Kultur, Politik und Innovationen. Die Kooperationsveranstaltung der GLS Bank als Organisatorin und der Stadt Bochum als Gastgeberin bot den Gästen ein vollkommen kostenfreies und barrierearmes Programm, das von hochkarätigen Diskussionsrunden über eine riesige Nachhaltigkeitsmesse bis hin zu Open-Air-Konzerten reichte.
Ein zentraler Höhepunkt des ersten Festivaltages war der Auftritt von Robert Habeck, dem ehemaligen Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister, der als Gast bei einem von insgesamt fünf „Zukunftstalks“ die Veranstaltungshalle bis auf den letzten Platz füllte. In seiner Rede definierte der Ex-Politiker ein gutes Morgen als den Moment, in dem Menschen mit Zuversicht zusammenkommen, einander zuhören und gemeinsam Verantwortung für eine gerechte, nachhaltige und lebenswerte Zukunft übernehmen.
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Um die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft erfolgreich zu meistern und dabei die demokratischen Strukturen zu sichern, sei eine greifbare, gemeinsame Zukunftsvision unerlässlich. Zuversicht schöpfe er vor allem aus der unumkehrbaren und rasanten globalen Elektrifizierung. Neben Habeck bereicherten weitere prominente Stimmen wie die Mitgründerin der Organisation HateAid, Anna-Lena von Hodenberg, die taz-Kolumnistin Ulrike Herrmann, die Politologin Dr. Emilia Roig sowie der Journalist Fabian Grischkat die Debatten rund um Demokratie, grünen Kapitalismus und zivilgesellschaftliches Engagement.
Deutschlands größte Nachhaltigkeitsmesse zeigt konkrete Lösungen
Parallel zu den politischen Impulsen auf den Bühnen präsentierte sich die nachhaltige Wirtschaft im Rahmen einer angeschlossenen Großmesse. Rund 170 Aussteller nutzten die Gelegenheit, um lösungsorientierte Produkte, Dienstleistungen und innovative Geschäftsmodelle vorzustellen, die bereits heute erfolgreich ökologische und soziale Kriterien vereinen. Aysel Osmanoglu, Vorständin der GLS Bank, zog eine durchweg positive Bilanz des Formats. Das Festival habe eindrucksvoll bewiesen, dass eine sozial-ökologische Wirtschaft, die auf Kooperation statt auf reine Konkurrenz setzt, machbar sei und zudem Freude bereiten könne.
Auch die kommunale Ebene spielte bei der strategischen Ausrichtung des Festivals eine tragende Rolle. Die Stadt Bochum nutzte die Plattform, um die eigenen lokalen Zielsetzungen zu untermauern. Oberbürgermeister Jörg Lukat verwies in seinem Statement auf die klare Verantwortung der aktuellen Generationen gegenüber den nachfolgenden Altersklassen, weshalb die Stadt mit ihrer eigenen Nachhaltigkeitsstrategie verbindliche Meilensteine für die Zukunft gesetzt habe.
Live-Musik, interaktive Workshops und barrierefreies Konzept
Neben der Theorie kam auch der kulturelle und kreative Charakter eines klassischen Festivals nicht zu kurz. In insgesamt 23 thematischen Workshops befassten sich die Teilnehmer mit praktischen Lebensbereichen wie der Bio-Landwirtschaft, moderner Schulbildung, nachhaltigem Finanzwissen oder jugendlichen Perspektiven auf die Gesellschaft. Für den musikalischen Höhepunkt sorgte am Samstagabend die international bekannte Künstlerin Alice Merton, die mit Hits wie „No Roots“ die tanzende Menge vor der Open-Air-Bühne begeisterte. Am Sonntag wurde das Kulturprogramm durch den Indie-Pop der Newcomerin Stina Holmquist sowie eine multimediale Biodiversitätsshow des Musikers und Biologen Dominik Eulberg abgerundet.
Die Veranstalter legten bei der Durchführung großen Wert auf ein inklusives und barrierearmes Konzept. Sämtliche zentralen Zukunftstalks in den Hallen sowie die parallel stattfindende Generalversammlung der GLS Bank wurden live von Gebärdensprachdolmetschern übersetzt. Auch für die kleineren Arbeitsgruppen und Workshops stellte das Organisationsteam auf vorherige Anfrage entsprechende Dolmetscherdienste bereit, um allen interessierten Kreisen eine uneingeschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen Dialog über das Morgen zu ermöglichen.
