Beitrag: Fotoausstellung zeigt die Industriegeschichte in Bochum
Ausstellungseröffnung „Licht und Schatten: Fotografien des Bochumer Vereins für Gussstahlfabrikation 1860–1945“

+++ Foto: Dennis Yenmez/Stadt Bochum +++

Das Stadtarchiv lädt zu einer spannenden Zeitreise durch die Arbeitswelt ein. Eine kostenlose Führung beleuchtet historische Werksfotografien.

Das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, Wittener Straße 47, bietet am Sonntag, 7. Juni, von 11 bis 12 Uhr eine kostenlose Führung durch die neue Ausstellung „Licht und Schatten: Fotografien des Bochumer Vereins für Gussstahlfabrikation 1860 – 1945“. Treffpunkt für alle interessierten Besucherinnen und Besucher ist am Empfang der Kultureinrichtung. Die exklusiven Einblicke richten sich an Geschichtsliebhaber und Fotografie-Begeisterte aus der gesamten Region. Ohne vorherige Anmeldung können die Gäste in die visuelle Vergangenheit des Ruhrgebiets eintauchen. Die fachkundige Begleitung sorgt dabei für die nötige historische Einordnung der seltenen Exponate.

Stadtarchiv Bochum präsentiert historische Aufnahmen aus der Stahlindustrie

Der „Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation“ war einer der führenden Konzerne Deutschlands. Früh zeigte er Interesse am Medium Fotografie und engagierte freie „Lichtkünstler“. 1886 gab es den ersten fest angestellten Werksfotografen, und 1939 beschäftigte die Firma neun Fotografen – so viele wie kaum eine andere in Deutschland. Die Fotografen dokumentierten für interne Zwecke, unterstützten die Materialprüfung und trugen stark zur Öffentlichkeitsarbeit bei. Ihre qualitativ herausragenden Aufnahmen waren Teil von Ausstellungen, erschienen in Prospekten und Zeitungen.

Heute erzählen sie Zeitgeschichte und erlauben einen Blick in das Gesicht der Arbeit. Sie werfen Schlaglichter auf technische Meisterleistungen wie die Olympiaglocke von 1936, zeigen Produktionsprozesse, aber auch Alltagsszenen und die Folgen nationalsozialistischer Politik. Die Bilder fangen die raue Atmosphäre der damaligen Produktionshallen im Herzen des Reviers perfekt ein. Für die Betrachter wird die Transformation der Arbeit über fast ein Jahrhundert hinweg greifbar. Die Führung schließt eine wichtige Lücke in der Aufarbeitung der lokalen Industriekultur.

Auf Social Media teilen