
(c) Carina Gödecke
Ein runder Geburtstag, der bewegt: Seit vier Jahrzehnten engagieren sich Haupt- und Ehrenamtliche in der Stadt unermüdlich für Beratung, Aufklärung und gegen Stigmatisierung. Der Festabend vereint dankbare Erinnerungen mit klaren politischen Forderungen.
Vier Jahrzehnte im unermüdlichen Einsatz für die sexuelle Gesundheit, für Akzeptanz und gegen gesellschaftliche Vorurteile: Die Aidshilfe Bochum e.V. blickt auf ihr 40-jähriges Bestehen zurück. Was in den 1980er Jahren inmitten einer weltweiten Gesundheitskrise voller Ängste und sozialer Hürden begann, hat sich längst zu einer unverzichtbaren, fest etablierten Institution der Bochumer Stadtgesellschaft entwickelt.
Dieses besondere Jubiläum nahmen die Verantwortlichen, Unterstützer und Wegbegleiter nun zum Anlass, um im Rahmen eines feierlichen und emotionalen Festabends gemeinsam zurück- und gleichzeitig vorauszublicken.
Ein Abend zwischen emotionalem Rückblick und klarer Zukunftsvision
Der Festabend spiegelte die gesamte Bandbreite wider, welche die Arbeit der Aidshilfe seit nunmehr 40 Jahren ausmacht. Es war ein Zusammentreffen voller Kontraste und tiefer Gefühle:
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Erinnerungen und Perspektiven: Zeitzeugen und Pioniere der ersten Stunde tauschten sich mit der jüngeren Generation über die Meilensteine der vergangenen Jahrzehnte aus – von den Anfängen der reinen Sterbebegleitung bis hin zum modernen Konzept des „Safer Sex 3.0“ und der medikamentösen Behandelbarkeit im Jahr 2026.
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Nachdenklichkeit und Lebensfreude: Momente des ehrenden Gedenkens an diejenigen, die den Kampf gegen das Virus in den frühen Jahren verloren, standen neben Momenten voller Spaß, toller Live-Musik und ausgelassener Freude über das Erreichte.
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Kontinuität und Wandel: Es wurde deutlich, wie sich die Institution von einer reinen Krisen-Selbsthilfe zu einem professionellen Beratungs-, Präventions- und Testnetzwerk für die gesamte Region weiterentwickelt hat, ohne dabei ihre Wurzeln zu verlieren.
Der Abend bot vor allem Raum für gute Gespräche, das Wiedersehen alter Freunde und das Knüpfen neuer, wertvoller Kontakte im städtischen Netzwerk.
40 Jahre Herausforderungen: Kampf gegen neue Stigmatisierung
Trotz der ausgelassenen Geburtstagstimmung war der Festakt auch von ernsten und mahnenden Tönen geprägt. Die Redner verwiesen nachdrücklich darauf, dass 40 Jahre Aidshilfe auch bedeuten, sich tagtäglich mit immer neuen Herausforderungen, gesellschaftlichen Anforderungen und klaren politischen Forderungen auseinanderzusetzen.
Gerade in der heutigen Zeit, in der soziale Solidarität und Empathie in Teilen der Bevölkerung keine Selbstverständlichkeit mehr zu sein scheinen, verzeichnen die Beratungsstellen wieder eine besorgniserregende Zunahme von gesellschaftlicher Ausgrenzung, Diskriminierung und Stigmatisierung gegenüber Menschen mit HIV. Die Aufklärungsarbeit ist daher in Zeiten eines spürbaren gesellschaftlichen Rechtsrucks wichtiger denn je.
Ein großes Dankeschön an das gesamte Team rund um Arne Kayser
Der wohl wichtigste Tenor des Abends bestand in einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit. Ein ganz großer Dank gilt den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie den hauptamtlichen Kräften, die dieses unverzichtbare Angebot in Bochum über Generationen hinweg aufgebaut haben, stabilisieren und mit großem persönlichen Engagement tragen.
Ein besonderer Dank ging dabei auch an den langjährigen Leiter und Landesvorsitzenden Arne Kayser sowie sein gesamtes Team. Die Aidshilfe Bochum beweist Tag für Tag, dass sie genau da ist, wo sie gebraucht wird: ganz nah an den Menschen, mit unermüdlichem Einsatz für ein von Vielfalt, Toleranz und echter Menschlichkeit geprägtes Bochum.
Ein Jubiläum im Zeichen der Menschlichkeit
