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Stadtarchiv Bochum
In Kooperation mit dem Historischen Archiv Krupp und der Ruhr-Universität öffnet eine neue Fotoausstellung. Die Bilder dokumentieren die Industriegeschichte des Bochumer Vereins.
Das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, gelegen an der Wittener Straße 47, zeigt in einer neuen Ausstellung in Kooperation mit dem Historischen Archiv Krupp und Studierenden der Ruhr-Universität Bochum historische Fotografien des Bochumer Vereins. Unter dem Titel „Licht und Schatten: Fotografien des Bochumer Vereins für Gussstahlfabrikation 1860 – 1945“ können Interessierte ab Donnerstag, 28. Mai, bis zum 31. Januar 2027 die Motive kostenlos besichtigen. Die Ausstellung wirft einen faszinierenden Blick auf die Entwicklung der Industriefotografie im Ruhrgebiet und dokumentiert den Wandel der Arbeitswelt über fast ein Jahrhundert.
Vom Lichtkünstler zum fest angestellten Werksfotografen
Der „Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation“ war einer der führenden Konzerne Deutschlands. Früh zeigte das Unternehmen Interesse am damals noch jungen Medium Fotografie und engagierte zunächst freie „Lichtkünstler“. Im Jahr 1886 gab es schließlich den ersten fest angestellten Werksfotografen, und bis 1939 beschäftigte die Firma bereits neun Fotografen – so viele wie kaum eine andere in ganz Deutschland. Die Fotografen dokumentierten für interne Zwecke, unterstützten die präzise Materialprüfung und trugen stark zur werbewirksamen Öffentlichkeitsarbeit des Stahlriesen bei.
Ihre qualitativ herausragenden Aufnahmen waren Teil von großen Ausstellungen, erschienen in aufwendigen Prospekten und bildeten das Fundament für die Berichterstattung in zeitgenössischen Zeitungen. Heute erzählen sie wertvolle Zeitgeschichte und erlauben einen ungeschönten Blick in das Gesicht der Arbeit. Sie werfen Schlaglichter auf technische Meisterleistungen wie die weltbekannte Olympiaglocke von 1936, zeigen komplexe Produktionsprozesse, aber auch ganz alltägliche Szenen aus dem Werk sowie die verheerenden Folgen der nationalsozialistischen Politik für den Betrieb und seine Belegschaft.
Einzigartiger Querschnitt aus 180.000 Motiven im Essener Archiv
Der Umfang des erhaltenen Materials ist gigantisch: Im Historischen Archiv Krupp in Essen liegen heute mehr als 180.000 Motive der Fotografie des Bochumer Vereins. Diese neue Ausstellung in Bochum präsentiert den Besucherinnen und Besuchern nun erstmals einen sorgfältig kuratierten Querschnitt aus diesem besonderen historischen Bildbestand, der zuvor in dieser Form noch nie öffentlich zu sehen war.
Die historischen Aufnahmen können zu den regulären Öffnungszeiten des Hauses kostenfrei besichtigt werden:
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Dienstags bis freitags: 10:00 bis 18:00 Uhr
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Wochenenden und Feiertage: 11:00 bis 17:00 Uhr
Der Zugang zur Ausstellung im Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte ist barrierefrei. Eine vorherige Anmeldung für Einzelbesucher ist nicht erforderlich.
