
Andreas Luthe, Vorstandsvorsitzender des VfL Bochum 1848, und Tim Kramer, Vorstandsvorsitzender von Vereint Bochum e.V. (links), freuen sich über den Auftakt der Kooperation zum Thema „Einsamkeit im Sport“.
© Vereint Bochum / Michael Schwettmann
Der VfL Bochum 1848 und der Verein Vereint Bochum e. V. bündeln ihre Kräfte, um das Thema Einsamkeit im Sport zu enttabuisieren. Eine neue Kooperation soll für mehr Zugehörigkeit im Profi- und Amateurfußball sorgen.
Einsamkeit gilt als eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart, die alle Altersgruppen betrifft. Obwohl Sportvereine traditionell als wichtige Orte der Begegnung fungieren, bleibt das Gefühl der Isolation für viele Menschen oft unsichtbar. Um dies zu ändern, besiegelten Andreas Luthe, Vorstandsvorsitzender des VfL Bochum, und Tim Kramer von Vereint Bochum e. V. am vergangenen Mittwoch offiziell ihre Zusammenarbeit. Der Auftakt fand im „FanDOM“, der Lutherkirche am Vonovia Ruhrstadion, im Rahmen eines Begegnungsabends mit einer Foto-Ausstellung statt. Ziel ist es, die Strukturen im Fußball so zu untersuchen und zu stärken, dass echte Gemeinschaft und Anschluss für jeden möglich werden.
Phase des Hinsehens: Strukturen und Experten im Fokus
Zu Beginn der Kooperation steht eine zweimonatige Beobachtungsphase, in der beide Partner analysieren, wie Zugehörigkeit im Umfeld des VfL aktuell gelebt wird. Andreas Luthe betont, dass der VfL als fester Bezugspunkt der Stadt eine besondere Verantwortung trage und dem Thema in der Öffentlichkeit mehr Sichtbarkeit verleihen wolle. Unterstützt wird das Vorhaben durch fachliche Expertise: Mit Prof. Dr. Maike Luhmann von der Ruhr-Universität gehört eine führende Einsamkeitsforscherin zum Vorstand von Vereint Bochum. Auch VfL-Identifikationsfigur Anthony Losilla bringt sich als Beisitzer des Vereins ein, um die Brücke zum Profisport zu schlagen.
Strategische Ziele für ein stärkeres Miteinander in Bochum
Nach der Analysephase sollen konkrete Handlungsempfehlungen und Ziele formuliert werden, um die Vereinskräfte systematisch zu bündeln. Tim Kramer erklärt, dass die Zusammenarbeit eine „Herzensangelegenheit“ sei, da sein Verein selbst aus Beobachtungen rund um den Fußball entstanden sei. Durch gemeinsame Aktionen will man über das Stadion hinaus in die gesamte Stadtgesellschaft wirken und Sensibilität für das Thema schaffen. Die Kooperation ist langfristig angelegt und soll im Laufe des Jahres kontinuierlich an neue Erkenntnisse angepasst werden. So soll die Strahlkraft des VfL genutzt werden, um Einsamkeit aktiv entgegenzuwirken und das soziale Gefüge in Bochum zu stärken.
