Beitrag: DFG bewilligt Millionen für vier Sonderforschungsbereiche der RUB
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Ruhr Universität Bochum

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) festigt ihre Position als Spitzenstandort der deutschen Forschungslandschaft. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Weiterförderung von vier hochkarätigen Sonderforschungsbereichen (SFB) ab Juli 2026 bestätigt. Die Themen reichen von den tiefsten Geheimnissen des Universums bis hin zur digitalen Transformation unserer Lebenswelt.


1. SFB 1491: Das „Wechselspiel der kosmischen Materie“

Am Himmel herrscht dynamisches Chaos: Sterne explodieren, Neutrinos rasen durch den Raum und magnetische Felder beeinflussen galaktische Emissionen. Seit 2022 untersucht der SFB 1491 unter der Leitung von Prof. Dr. Julia Tjus diese komplexen Interaktionen.

  • Kernfragen: Wie entstehen hochenergetische Teilchen? Welche Rolle spielt die dunkle Materie, die immerhin 80 % der Materie im All ausmacht?

  • Fokus Phase 2: In den nächsten vier Jahren geht es um die Quantifizierung und Systematisierung. Durch die Verknüpfung von Astrophysik, Plasma- und Teilchenphysik will das Team computergestützte Modelle entwickeln, die das Zusammenspiel von Materie und Strahlung auf Plasmaebene präzise beschreiben.

2. SFB 1567: „Virtuelle Lebenswelten“ – Gestaltung statt Effizienz

Virtualität ist längst kein technisches Spielzeug mehr, sondern durchdringt Arbeit, Bildung und politische Teilhabe. Der SFB 1567 mit Sprecher Prof. Dr. Stefan Rieger rückt in der zweiten Förderphase die aktive Gestaltung dieser Räume in den Mittelpunkt.

  • Ansatz: Virtualität wird nicht als reines Effizienzinstrument betrachtet, sondern als kritischer Gestaltungsraum, der Transparenz und Teilhabe erfordert.

  • Innovation: Die „Virtuelle Universität“ bleibt das Herzstück, öffnet sich aber nun verstärkt der Region. In einem Citizen-Science-Projekt erarbeiten Forschende gemeinsam mit Bürgern inklusive Anwendungsszenarien für den Alltag.

3. SFB 1475: „Metaphern der Religion“

Religionen sprechen in Bildern: Ob „Licht“, „Weg“ oder „Herz“ – das Unaussprechliche braucht Metaphern. Der SFB 1475, geleitet von Prof. Dr. Volkhard Krech, analysiert seit viereinhalb Jahren religiöse Traditionen aus vier Jahrtausenden.

  • Erfolge: Aufbau eines digitalen Repositoriums und Entwicklung eines „Thesaurus religiöser Metaphern“.

  • Ausblick: Ab Juli 2026 rücken neben Texten auch Bilder, Artefakte und Parodie-Religionen in den Fokus. Die Wissenschaftler kombinieren klassische Hermeneutik mit modernen digitalen Methoden der Korpuslinguistik, um Metaphern systemübergreifend zu vergleichen.

4. SFB/TRR 247: Heterogene Oxidationskatalyse

Wie wird die Chemieindustrie nachhaltiger und klimaneutral? Der transregionale SFB/TRR 247 (Bochum und Duisburg-Essen) arbeitet an der Entwicklung von Hochleistungskatalysatoren aus Mischmetalloxiden.

  • Ziel: Ersatz teurer und seltener Edelmetalle durch verfügbare Oxide. Im Fokus steht die selektive Oxidation in der Flüssigphase, ein Schlüsselprozess für industrielle Basischemikalien.

  • Phase 3: Die Forscher untersuchen nun Materialien, deren Oberflächenveränderungen während der Reaktion reversibel sind. Zudem wird erforscht, wie die Kombination von Wärme und elektrischer Energie (Thermo- und Elektrokatalyse) Ressourcen schonen kann.

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