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Vonovia Ruhrstadion
Die Fanhilfe Bochum sammelt Berichte zur Aufarbeitung
Bochum – Nach dem Heimspiel des VfL Bochum 1848 gegen Hannover 96 ist eine Diskussion über das Vorgehen der Polizei und insbesondere der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) entbrannt.
Die Fanhilfe Bochum bittet derzeit Fans und Zeugen darum, Beobachtungen rund um den Spieltag schriftlich festzuhalten und per E-Mail einzureichen. Ziel sei es, die Ereignisse aufzuarbeiten und einordnen zu können.
Zugleich wünscht die Initiative allen verletzten Personen eine schnelle und vollständige Genesung.
Vorwürfe gegen Vorgehen der Polizei
Nach Darstellung der Fanhilfe sei das sportliche Geschehen am letzten Heimspieltag der Saison 2025/26 „aufgrund des Vorgehens der BFE in den Hintergrund geraten“.
Demnach habe es am Vormittag im Innenstadtbereich eine körperliche Auseinandersetzung zwischen Anhängern beider Vereine gegeben. In diesem Zusammenhang sei ein Bochumer Fan bis zum Abend in Gewahrsam genommen worden. Beteiligte Fans aus Hannover seien hingegen lediglich erkennungsdienstlich behandelt und anschließend entlassen worden.
Darüber hinaus berichtet die Fanhilfe von einer weiteren Festnahme sowie von Fans, die sich in der Innenstadt aufgehalten hätten und zeitweise am Weiterweg zum Stadion gehindert worden seien.
Ungewöhnliche Polizeipräsenz am Stadion
Besonders kritisch bewertet die Fanhilfe die Präsenz vermummter Einsatzkräfte im Bereich hinter der Ostkurve des Ruhrstadions.
Normalerweise werde dieser Bereich ausschließlich durch vereinseigene Ordner betreut. Beim Spiel gegen Hannover 96 seien dort jedoch Kräfte der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit positioniert gewesen.
Die Initiative spricht in diesem Zusammenhang von einem „ungewohnten Bild“ und kündigt eine weitere Aufarbeitung der Geschehnisse an.
Gedächtnisprotokolle und mögliche Aufarbeitung
Fans, die Beobachtungen vor, während oder nach dem Spiel gemacht haben, werden gebeten, Gedächtnisprotokolle anzufertigen und an die Fanhilfe Bochum zu senden.
Die Organisation möchte damit nach eigenen Angaben mögliche Vorfälle dokumentieren und bewerten. Ob es darüber hinaus Gespräche mit Polizei, Verein oder weiteren Stellen geben wird, ist bislang nicht bekannt.
Eine Stellungnahme der Polizei zu den geschilderten Vorwürfen lag zunächst nicht vor.
