
Leipziger Synagogalchor
© Nikolai Schmidt
6. Festival „Musik & Kultur der Synagoge“ startet im Mai
Musik als Brücke zwischen Kulturen und Menschen: Das 6. Festival „Musik & Kultur der Synagoge“ bringt vom 24. Mai bis zum 6. September jüdische Chormusik und Kultur an verschiedene Orte in Bochum und ganz Westfalen. Insgesamt zwölf Veranstaltungen laden dazu ein, die Vielfalt jüdischer Musiktraditionen kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Den Auftakt bildet am Sonntag, 24. Mai, ein Konzert des renommierten Leipziger Synagogalchors im Kunstmuseum Bochum. Unter dem Titel „Schätze jüdischer Chormusik“ stehen liturgische Werke des 19. und 20. Jahrhunderts auf dem Programm – darunter Vertonungen von Psalmen und Gebeten aus Deutschland, Frankreich und den USA. Im zweiten Teil des Konzerts folgen jiddische und hebräische Lieder, die Geschichten aus dem Alltag und der jüdischen Kultur erzählen.
Festivalleiter Dr. Manfred Keller betont den Ansatz der Veranstaltungsreihe: „Wir wollen Freude wecken und Begegnung ermöglichen.“ Ziel sei es, Verständigung zu fördern und Vorurteilen entgegenzuwirken. Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigt die wachsende Zahl an Besucherinnen und Besuchern aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen.
Kulturelle Reise durch die jüdischen Gemeinden Westfalens
Neben den Konzerten in Bochum führt das Festival auch in kleinere Städte und Gemeinden mit historischen Landsynagogen. Dort erwartet die Gäste ein abwechslungsreiches Programm aus Lesungen, Führungen und musikalischen Darbietungen. So entsteht eine kulturelle Reise durch die jüdische Geschichte Westfalens.
Ein besonderer Höhepunkt ist der Konzertnachmittag am 4. Juni in der Synagoge Bochum unter dem Motto „Klangbrücken“. Hier steht das Werk des jüdischen Kantors Erich Mendel im Mittelpunkt, der 1939 aus Bochum vertrieben wurde. Weitere Konzerte und Veranstaltungen folgen unter anderem in Bochum-Linden sowie in mehreren westfälischen Städten.
Ergänzt wird das Festival durch ein Symposium am 2. Juli in Drensteinfurt, das sich mit der Geschichte der Landsynagogen beschäftigt. Den Abschluss bildet am 6. September ein Synagogen-Nachmittag in Gronau-Epe.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Aufgrund steigender Kosten bitten die Veranstalter jedoch um freiwillige Beiträge. Das vollständige Programm ist online abrufbar.
Mit seinem vielfältigen Angebot setzt das Festival ein Zeichen für kulturellen Austausch, Erinnerungskultur und ein respektvolles Miteinander in der Region.
