Beitrag: Internationales Figurentheater zwischen Kunst, Politik und Experiment
„Vis à vis(a)“ Cat Smits Company & Centre National d’Art de la Marionnette

© De Schaapjesfabriek

Das Fidena Festival bringt im Mai 2026 internationales Figurentheater in mehrere Ruhrgebietsstädte. In Bochum stehen ungewöhnliche Inszenierungen, Premieren und politische Themen im Fokus.

Fünf Städte im Ruhrgebiet werden im Mai zur Bühne für internationales Figurentheater. Das Fidena Festival findet vom 13. bis 21. Mai statt und zeigt 28 Produktionen aus 16 Ländern. Viele der Stücke sind erstmals in Deutschland zu sehen. Neben Bochum sind auch Herne, Essen, Recklinghausen, Gelsenkirchen und Wuppertal beteiligt. Die Ausgabe 2026 steht erstmals unter der Leitung von Helene Ewert und Christofer Schmidt.

Das Programm umfasst eine Uraufführung sowie mehrere Deutschlandpremieren. Ergänzt wird das Festival durch Workshops, Gespräche und ein Rahmenprogramm. Ziel ist es, aktuelle gesellschaftliche Themen mit künstlerischen Mitteln zu verhandeln.

Eröffnung mit schmelzenden Marionetten

Zum Auftakt zeigt die französische Compagnie Théâtre de l’Entrouvert das Stück „The Waves“ in den Kammerspielen des Schauspielhaus Bochum. Im Mittelpunkt stehen lebensgroße Marionetten aus Eis.

Während der Aufführung verändern sich die Figuren sichtbar. Sie schmelzen und zerbrechen auf der Bühne. Das Stück greift den Kreislauf von Leben und Tod auf und setzt auf eine reduzierte, visuelle Erzählweise.

Logistik als Thema im Figurentheater

Ein Schwerpunkt des Festivals liegt auf dem Thema Bewegung und Transport. Unter dem Titel „Vom Unterwegssein der Dinge“ wird die Serie „TRANSPORT“ präsentiert.

Die sechs Produktionen stammen aus mehreren europäischen Ländern. Sie arbeiten mit Miniaturfiguren aus dem 3D-Druck und setzen sich mit globalen Lieferketten und Umweltfolgen auseinander. Aufführungsorte sind unter anderem Bochum sowie das Gelände des Zeche Zollverein.

Uraufführung und humorvolle Stücke im Programm

Mit „Every Second of Downtime“ zeigt der britische Künstler Ant Hampton eine Uraufführung. Das Stück verbindet einen speziell produzierten Bildband mit Soundelementen. Im Zentrum steht ein Ausfall in einem Logistikzentrum.

Neben experimentellen Formaten sind auch humorvolle Produktionen Teil des Programms. Das Schubert Theater bringt mit „Die Welt ist ein Würstelstand“ eine musikalisch geprägte Inszenierung auf die Bühne. Die Geschichte spielt in Wien und verbindet Alltagsbeobachtungen mit schwarzem Humor.

Festival mit langer Tradition

Das Fidena Festival gilt als eines der ältesten Figurentheaterfestivals weltweit. Seit 1958 werden internationale Produktionen im Ruhrgebiet gezeigt.

Auch 2026 bleibt der Ansatz unverändert: zeitgenössisches Figurentheater mit gesellschaftlichen Fragestellungen zu verbinden. Karten und weitere Informationen sind online verfügbar.

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