
Abschluss-Veranstaltung des „WLAB“
(c) Sebastian Sendlak
Nach einem Jahrzehnt intensiver Stadtentwicklung ziehen Politik und Verwaltung eine Bilanz für Bochum-Ost. Im Fokus stehen Beteiligung, Fördermittel und die Frage, wie es nach dem Ende der Programme weitergeht.
Zehn Jahre nach dem Start zentraler Fördermaßnahmen in Bochum-Ost fällt die Bilanz positiv aus. Grundlage der Entwicklung war ein integriertes Stadtentwicklungskonzept aus dem Jahr 2015. Es entstand unter breiter Beteiligung von Politik, Verwaltung sowie Bürgerinnen und Bürgern.
Oberbürgermeister Jörg Lukat betonte auf der offiziellen Abschluss-Veranstaltung im Stadtteil die Bedeutung dieses Prozesses und des Projektes „WLAB“. Stadtentwicklung sei mehr als Bauprojekte. Entscheidend sei das Engagement vor Ort und die Bereitschaft, gemeinsam Lösungen zu finden.
Vom Konzept zur Umsetzung
Aus ersten Ideen seien konkrete Maßnahmen entstanden. Über Jahre hinweg wurden Projekte geplant und umgesetzt. Fördermittel von Bund, Land und Europäischer Union bildeten dabei die finanzielle Grundlage.
Nach Angaben aus dem Stadtbezirk wurden rund 33 Millionen Euro investiert. Mehr als 30 Einzelprojekte konnten realisiert werden. Dazu zählen unter anderem Schulmodernisierungen, neue Freizeitangebote sowie die Aufwertung öffentlicher Plätze.
Der Bezirksbürgermeister von Bochum-Ost, Dirk Meyer, sprach von einer „intensiven Entwicklungsphase“. Viele Maßnahmen hätten das Stadtbild sichtbar verändert.
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Beteiligung als zentraler Faktor
Ein Schwerpunkt lag auf der Beteiligung der Bevölkerung. In verschiedenen Formaten konnten Anwohnende ihre Ideen einbringen. Diese Beteiligung habe wesentlich zum Erfolg beigetragen, so Meyer.
Gleichzeitig wurde auch auf Grenzen hingewiesen. Nicht alle Zielgruppen würden gleichermaßen erreicht. Künftig müsse es darum gehen, Beteiligung noch breiter aufzustellen.
Ein wichtiges Instrument war der sogenannte Stadtteilfonds. Über mehrere Jahre hinweg wurden zahlreiche kleinere Projekte finanziell unterstützt. Initiativen konnten eigene Ideen umsetzen und damit zur Entwicklung des Quartiers beitragen.
Sichtbare Veränderungen im Stadtteil
Neben sozialen Projekten wurden auch bauliche Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehören sanierte Schulen, neue Jugendfreizeiteinrichtungen sowie modernisierte Grünflächen.
Auch Programme zur Fassadengestaltung trugen zur Aufwertung des Stadtbildes bei. In mehreren Straßen entstanden sichtbare Veränderungen. Öffentliche Plätze wurden neu gestaltet und stärker als Begegnungsorte genutzt.
Diese Entwicklungen hätten laut Lukat nicht nur das Erscheinungsbild verbessert. Sie hätten auch das Zusammenleben im Stadtteil gestärkt.
Stadtentwicklung und Demokratie
In den Redebeiträgen wurde die Bedeutung solcher Projekte über den Stadtteil hinaus hervorgehoben. Beteiligung und gemeinsames Engagement könnten demokratische Prozesse stärken.
„Dort, wo Menschen ihren Stadtteil mitgestalten, entsteht langfristig Stabilität“, so Lukat. Stadtentwicklung sei damit auch ein Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung.
Wie es nach der Förderung weitergeht
Mit dem Auslaufen der Förderprogramme stellt sich die Frage nach der Zukunft. Klar ist: Die aufgebauten Strukturen sollen erhalten bleiben.
Das Stadtteilmanagement wird zunächst weitergeführt, allerdings in reduzierter Form. Ziel ist es, Initiativen schrittweise in die Eigenständigkeit zu führen.
Zudem plant die Stadt neue Stadtteilentwicklungskonzepte für weitere Quartiere. Erste Ansätze gibt es bereits für den Stadtteil Werne.
Modellcharakter für andere Stadtteile
Die Erfahrungen aus Bochum-Ost könnten auch für andere Stadtteile relevant sein. Vor allem die Kombination aus Fördermitteln, professioneller Begleitung und ehrenamtlichem Engagement gilt als übertragbar.
„Entscheidend ist, dass Menschen vor Ort Verantwortung übernehmen“, sagte Meyer. Projekte könnten nur dann langfristig wirken, wenn sie von der Bevölkerung getragen werden.
Die Entwicklung in Bochum-Ost gilt damit als Beispiel für langfristige Stadtentwicklung. Gleichzeitig bleibt die Aufgabe, die erreichten Fortschritte zu sichern und weiter auszubauen.
