Beitrag: 638. Bochumer Maiabendfest: Tradition trifft auf Moderne
PK zum 638. Maiabendfest bei der Stadtwerke Bochum

(c) Sebastian Sendlak

In den Räumen der Stadtwerke Bochum fiel am 25. März 2026 der offizielle Startschuss für eines der traditionsreichsten Volksfeste Deutschlands. Vom 23. bis 26. April feiert die Bochumer Maiabendgesellschaft die 638. Ausgabe ihres Festes. In diesem Jahr gibt es jedoch eine einschneidende Änderung beim historischen Festumzug nach Harpen.

Frank Thiel, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Bochum, betonte die tiefe Verbundenheit des kommunalen Energieversorgers mit dem Ehrenamt: „Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“ Während die Stadtwerke die Stadt zukunftssicher und klimaneutral aufstellen, bewahrt die Maiabendgesellschaft das kulturelle Erbe.

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Logistische Zäsur: Der Umzug wird zum Konvoi

Die wichtigste Nachricht für alle Besucher und Teilnehmer betrifft den Samstagsumzug. Aufgrund gestiegener Sicherheitsauflagen und der Schwierigkeit, die gesamte Strecke zwischen der Innenstadt und Harpen permanent abzusperren, wird die Route grundlegend reformiert:

  • Der Ablauf: Der Umzug startet wie gewohnt am Rathaus, endet jedoch für den Marschteil am Kirmesplatz an der Castroper Straße.

  • Planwagen-Konvoi: Dort steigen die Teilnehmer auf Planwagen um und fahren in einem geschlossenen Konvoi bis zur Ortsgrenze von Harpen (Heilig-Geist-Kirche).

  • Finale in Harpen: Erst in Harpen wird wieder abgesessen, um gemeinsam ins Bockholt zu marschieren. Der Rückweg in die Stadt erfolgt nach dem gleichen Prinzip.

  • Traditions-Ausnahme: Nur der Junggesellenhauptmann darf mit einem kleinen Gefolge die gesamte Strecke inklusive Baumtransport zu Fuß zurücklegen, um der Tradition der „Manneskraft“ Genüge zu tun und das Legat erfüllen.

Stefan Vahldieck, 1. Vorsitzender der Maiabendgesellschaft, erklärte, dass man so mehr Zeit für die Geselligkeit in Harpen gewinne und die Verkehrsbelastung auf dem Sheffield-Ring minimiere.

AWO Bochum wird Eichbaum-Empfänger

In diesem Jahr übernimmt die AWO Bochum die ehrenvolle Aufgabe der Eichbaum-Empfängerin. Marc Schaaf, Geschäftsführer der AWO, verwies auf die über 100-jährige Geschichte seiner Organisation in Bochum: „Uns verbindet ein gemeinsamer Wertekompass aus Solidarität und Gemeinsinn.“ Die AWO wird sich während des Festes mit einem eigenen Logo und Merchandising präsentieren.

Highlights des Programms

Christian Schonefeld (Gate Communication) stellte das modernisierte Konzept vor:

  • Neue Bühne: Die Bühne zieht von der Pauluskirche vor das Geschäft „Betten Korte“ (Ecke Bongardstraße/Kortumstraße) um und wird um 45 Grad gedreht, um die Sichtbarkeit zu verbessern.

  • Jugend & Schulen: Am Freitagvormittag werden rund 400 Schulkinder erwartet, die durch historische Stadtführungen an die Bochumer Geschichte herangeführt werden.

  • Familiensonntag: 14 ehrenamtliche Organisationen präsentieren sich in der Innenstadt. Kinder können durch einen Laufzettel ein Puzzle des Bochumer Rathauses gewinnen.

  • Deko-Konzept: Große, blau leuchtende Würfel mit dem Slogan „Herzenssache BO“ werden in der Stadt installiert und symbolisieren die verschiedenen Bausteine der Stadtgesellschaft.

Personalien: Rekorde und Legenden

Mit Meiko Krämer stellt die Gesellschaft einen neuen Rekord auf: Er bekleidet zum siebten Mal in Folge das Amt des Junggesellenhauptmanns. Unterstützt wird er von den Adjutanten Daniel Krüger und Leon Horn. Auch Björn Sauerland bleibt dem Fest in seiner Rolle als Graf Engelbert III. von der Mark im neunten Jahr erhalten.

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