Beitrag: H-Blockx in der Zeche Bochum: „Wir waren nie weg!“
Henning Wehland mit den H-Blockx in der Zeche Bochum am 8.3.2026

Foto: Jenny Musall

Die Münsteraner Crossover-Pioniere H-Blockx feiern im Rahmen ihrer Album-Release-Shows in der ausverkauften Zeche Bochum und präsentieren neben Klassikern auch neues Material.

Am Sonntagabend kehren die H-Blockx für ihr zehntes Konzert in die traditionsreiche Bochumer Zeche zurück. Vor einem Publikum mit einem Altersdurchschnitt von über 40 Jahren startet die Band um 20:45 Uhr ein rund 90-minütiges Programm. Die Show markiert einen besonderen Punkt in der Bandgeschichte, da die Musiker laut eigener Aussage ihre Freundschaft neu entdeckt haben. Neben bekannten Hits wie „Rising High“ und „Move“ steht auch das neue Album FILLIN_THE_BLANK im Fokus der Setlist. Die Stimmung in der ausverkauften Halle bleibt von Beginn an auf einem hohen Niveau, unterstützt durch einen Support-Act, der bereits früh eine Verbindung zum Publikum aufbaut.

Georg auf Lieder eröffnet den Abend als Support

Den Auftakt macht Georg auf Lieder, der lediglich mit einer Akustikgitarre auf der Bühne steht. In seinem etwa 20-minütigen Set kombiniert er Musik mit humoristischen Einlagen. Mit deutschsprachigen, gesellschaftskritischen Texten wie in „Du bist schwer in Ordnung“ animiert er die Zuschauer zum Mitsingen. Der Musiker thematisiert unter anderem den Ausbruch aus dem „Hamsterrad“ und verarbeitet persönliche Erlebnisse wie seinen Rentenbescheid nach einer Gewichtsabnahme von über 70 Kilogramm. Während seine Gitarrensoli beim Publikum Zuspruch finden, stößt eine kurze Anspielung auf den Schlagerhit „Atemlos“ auf weniger Gegenliebe bei den Rockfans.

Später am Abend wird deutlich, dass die Verbindung zwischen dem Support-Act und dem Hauptact enger ist als üblich. Henning Wehland verrät dem Publikum, dass Georg den Refrain zum neuen Song „Licky Licky“ geschrieben habe. Die Fans nehmen diese Information auf und beteiligen sich beim entsprechenden Refrain textsicher. Diese Zusammenarbeit unterstreicht die aktuelle Ausrichtung der Band, die sich im Rahmen ihrer neuen Veröffentlichungen für verschiedene Einflüsse und Kooperationen geöffnet hat.

Eine besondere Beziehung zur Bochumer Zeche

Für die H-Blockx ist die Zeche Bochum ein geschichtsträchtiger Ort. Frontmann Wehland erinnert sich während des Konzerts an die Anfänge der Bandkarriere. „Als wir die Location das erste Mal ausverkauft hatten, wussten wir: Da geht was“, erklärt der Sänger den Fans. Er betont die besondere Atmosphäre des Clubs und die Nähe zum Publikum. Es gebe nichts, was das Gefühl beschreibe, wenn man in einer Halle stehe, in der man die letzte Reihe noch erkennen könne, so Wehland weiter.

Diese Vertrautheit überträgt sich auf die Dynamik des Abends. Bei dem Klassiker „Move“ verwandelt sich der Innenraum in eine hüpfende Menge, inklusive Crowdsurfing. Ruhigere Momente wie bei „Little Girl“ nehmen zwar das Tempo heraus, aber nicht die Energie, da die Fans auch bei den älteren Stücken textsicher bleiben. Wehland zeigt sich zwischendurch demütig über den Fortbestand der Gruppe und die Möglichkeit, wieder neue Musik zu veröffentlichen. Er erklärt den Zuschauern: „Wir sind unglaublich dankbar, dass wir diese Platte machen durften.“

Finale mit Zugaben und Johnny-Cash-Cover

Nach dem offiziellen Set-Ende mit „Rising High“ fordert die Menge lautstark Zugaben ein. Die Band unterzieht das Publikum jedoch erst einem „Stimmungstest“, indem sie Gesangsparts zum Nachsingen vorgibt. Auf Wehlands scherzhafte Frage „Bochum, ist das Pulver schon verschossen?“ antwortet die Halle mit entsprechender Lautstärke. Es folgen weitere Stücke wie „Cmon’s about 2 Pop“, bevor ein Cover von Johnny Cash den endgültigen Schlusspunkt setzt. Die Zeche tanzt und singt ein letztes Mal gemeinsam mit der Band, bevor nach gut anderthalb Stunden das Licht angeht.

Zum Abschied richtet Wehland noch einmal das Wort an die langjährigen Anhänger der Band. Er spricht den „Block-Heads“, wie sich die Fans der Gruppe nennen, ein tausendfaches Danke aus. Seine abschließenden Worte „Wir waren nie weg!“ setzen ein deutliches Zeichen für die Zukunft der Band. Mit der Kombination aus nostalgischen Momenten und neuem Material beweisen die H-Blockx an diesem Abend, dass sie auch nach Jahrzehnten im Geschäft eine feste Instanz in der deutschen Live-Landschaft bleiben.

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Bilder: Jenny Musall

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