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Stadtarchiv Bochum
Ein Vortrag im Stadtarchiv widmet sich der kolonialen Vergangenheit Bochums. Referent ist der Historiker Dr. Fabian Fechner.
Das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte lädt am Mittwoch, 11. März, um 19 Uhr zu einem Vortrag ein. Thema ist „Unsichtbar vor aller Augen? Koloniale Spuren in Bochum“. Veranstaltungsort ist das Stadtarchiv an der Wittener Straße 47. Referent ist Dr. Fabian Fechner. Der Eintritt ist frei.
Denkmäler und Veteranenvereine
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bochum mit der deutschen Kolonialgeschichte verbunden ist. Im öffentlichen Raum erinnern bis heute Denkmäler an Gefallene aus den Kolonialkriegen, etwa in Linden und Querenburg.
Bereits 1907 schlossen sich ehemalige Soldaten im „Verein ehemaliger deutscher Kolonialtruppen Bochum und Umgebung“ zusammen. Der Verein traf sich über Jahrzehnte in lokalen Gaststätten und pflegte den Austausch unter Veteranen.
Reichskolonialtagung und Propaganda
1926 fand in Bochum die „Reichskolonialtagung“ statt. Dort wurden Maßnahmen zur politischen Forderung nach Rückgabe der ehemaligen Kolonialgebiete diskutiert. Veranstalter war unter anderem die Deutsche Kolonialgesellschaft.
Auch lokale Akteure beteiligten sich an kolonialer Öffentlichkeitsarbeit. Dazu zählten der Bochumer Verlag Kamp sowie die Hermann-Hubertus-Stiftung. Eine literarische Spur führt zum Roman Volk ohne Raum von Hans Grimm, der 1926 erschien und koloniale Ideologien propagierte.
Der Vortrag will historische Bezüge sichtbar machen und zur Auseinandersetzung mit bislang wenig beachteten Aspekten der Stadtgeschichte anregen.
