
Bochum im Spaetherbst 10.12.2020 –
Deutsches Bergbau-Museum (Foto: Sebastian Sendlak)
Tisa von der Schulenburg im Fokus
Im Deutsches Bergbau-Museum Bochum ist eine neue Sonderausstellung gestartet. Unter dem Titel „FÜHLST DU? Tisa von der Schulenburg – Der empathische Blick“ widmet sich das Haus dem Werk einer Künstlerin, die soziale Fragen ins Zentrum stellte. Die Ausstellung läuft vom 10. Februar bis 27. September 2026.
Im Mittelpunkt steht Tisa von der Schulenburg (1903–2001). Die als Gräfin geborene Elisabeth Mary Caroline Veronika Margarethe von der Schulenburg lebte in Berlin und Paris, ging 1934 mit ihrem jüdischen Ehemann ins Londoner Exil und kam nach dem Krieg ins Ruhrgebiet. 1950 trat sie als Schwester Paula in das Ursulinenkloster Dorsten ein. Ihr Werk kreist um Bergbau, Holocaust, Flucht und Ausgrenzung.
Vier Themenräume, über 5.000 Arbeiten im Hintergrund
Die Ausstellung verbindet Biografie und Werk in einem thematischen Rundgang. Zeichnungen, Scherenschnitte und Skulpturen zeigen Menschen in Ausnahmesituationen. Aus einem Gesamtwerk von mehr als 5.000 Arbeiten wurden auch selten präsentierte Stücke ausgewählt.
Die Inszenierung setzt auf eine reduzierte Architektursprache. Temporäre Einbauten aus Holz, Stahl, Stoff und Stein strukturieren den bis zu sechs Meter hohen Raum. Figuren aus dem Werk der Künstlerin erscheinen in Lebensgröße im Ausstellungsraum. Besuchende bewegen sich zwischen den Motiven und werden Teil der Szenerie.
Diskussion und Vermittlung im Begleitprogramm
Begleitend gibt es Führungen, Workshops und Diskussionsformate. Das Programm greift zentrale Begriffe der Ausstellung auf: Empathie, Zuhören, gesellschaftliche Verantwortung. Dialogische Rundgänge und Mitmachaktionen richten sich an unterschiedliche Zielgruppen.
Ein weiterer Termin ist die Verleihung des Tisa-Preises 2026. Der von der Tisa-Stiftung ausgelobte Förderpreis ist mit 10.000 Euro dotiert und mit einer Einzelausstellung auf dem Gelände der ehemaligen Zeche „Fürst Leopold“ verbunden. Bewerbungsschluss ist der 22. Februar 2026. Die Preisverleihung findet im Rahmen der laufenden Sonderausstellung statt.
Würdigung einer besonderen Perspektive
Tisa von der Schulenburg verstand Kunst als Haltung. Ihre Arbeiten zeigen keine distanzierte Beobachtung. Sie richten den Blick auf Würde und Verletzlichkeit. Ein Zitat aus den Ruhr Nachrichten vom 14. Februar 2026 fasst die Resonanz zusammen: „Das ist nicht nur eine Ausstellung, das ist ein Erlebnis.“
