Beitrag: Bacchus-Beerdigung – Zwischen Wehmut, Witz und Wein
Bacchus Beerdigung in Gerthe

(c) Sebastian Sendlak

Mit Pathos, Satire und einem lodernden Finale endet die Karnevalssession 2025/26. Bei der traditionellen Beerdigung des Bacchus fließen Tränen – und Wein.

Große Gefühle gehören zum Karneval. Bei der Beerdigung des Bacchus zeigen sich Wehmut, Dankbarkeit und bissiger Humor in dichter Folge. Andrea würdigt das Engagement vieler Aktiver, Heinz spricht offen über sein Aus. Am Ende brennt der Bacchus – und mit ihm die Session 2025/26.

Dank an die Tanzmariechen und das Ehrenamt

Andrea betont, sie sei „total stolz“, dass die Tanzmariechen immer bereitgestanden hätten. Ihr besonderer Dank gelte Romy und Emilia, die „immer getanzt“ hätten – „sei es im Altenheim oder anderswo“.

Die beiden treten ein letztes Mal in dieser Session auf. Andrea bedankt sich „bei jedem Einzelnen, für jeden, der sich eingesetzt hat“. Es sei schön gewesen, „euch Freude zu bereiten“. Auch Heinz zeigt sich bewegt. Er sagt, er sei traurig, „dass es vorbei is“. Es sei „super geil“ gewesen. Aufgrund anderer Verpflichtungen könne man jedoch nicht weitermachen.

Der letzte Wille des Bacchus

Dann übernimmt der Bacchus – in gewohnt satirischer Manier. „Im Schwinden meiner Kräfte und im Dunst der kleinen Laterne vor meiner Kneipe“, halte er den Federkiel in der Hand und stütze sich am Weinglas. „Es lebe die Freiheit, es lebe der Wein.“

Er erklärt schlicht: „Ich bin tot. So einfach ist es.“ Andere hingegen lebten – auch wenn mancher sich nach großen Wohltaten „heute Morgen anderes gewünscht hätte“.

In einem Spiel aus Komödie und Tragödie fragt er: „Liegt es an mir? Liegt es an euch? Liegt es an denen?“ Und wer „die denen“ eigentlich seien, bleibe offen. Zwischen politischer Satire, internationalen Seitenhieben und karnevalistischer Überzeichnung ruft er immer wieder: „Es lebe die Wahrheit.“

Er kündigt ein „Super-Wahljahr 2026“ an, spricht von „Dreier-Pakt-Wahlen“ und spielt mit dem Bild vom Wählen „vor dem heimischen Kühlschrank, ob Pilz oder Helles“. Politik solle nicht egal sein, auch wenn sie „gerade nicht betrifft“.

Zwischen Spott und Ernst wird der Ton schärfer. Reisen in Krisengebiete seien kein Abenteuer, sondern bittere Realität. „Dort ist es scheiße“, sagt er drastisch – und das Lachen bleibe im Hals stecken.

„Es lebe der Karneval“

Am Ende wendet sich der Bacchus wieder dem Lokalen zu. Dem Prinzipal und allen Ehrenamtlichen ruft er zu, sie hätten „gut gemacht“. Ihr Engagement forme den Karneval in Bochum und darüber hinaus.

Andrea hoffe er, könne „viel für deine politische Arbeit mitnehmen“. Heinz bescheinigt er ein großes Herz. Ein weiterer Sprecher ergänzt augenzwinkernd, Heinz solle „nicht die Büros im Rathaus groß sein lassen“ und lieber zusehen, „dass der Ratssaal schnellstmöglich wieder fertig wird“.

Dann folgt der Abschied in klassischer Manier: „Es lebe der Karneval. Es lebe die Freiheit.“ Und: Das Leben sei „wie ein gutes Bier. Manchmal schäumt es über, manchmal ist es flach, aber am Ende ist es immer besser, wenn man es mit Freunden teilt.“

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Der Bacchus brennt – und kehrt zurück

Am Ende sind sich alle einig: „Der Bacchus war’s.“ Für die im Karneval begangenen Sünden müsse er brennen. Sargträger tragen ihn zum Friedhof, wo Petra Lohof noch eine kurze Ansprache hält. Die Präsidentin des Bochumer Festausschusses legt einen Blumenstrauß auf, der entzündet wird.

Der Bacchus brennt. Mit den Worten „Nehmt jetzt die Ornate ab“ endet die Session 2025/26.

Doch wie jedes Jahr gilt: Am 11.11. wird er wieder auferstehen.

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