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Foto: Jenny Musall
Rund 200 Narren feiern im Pfarrsaal Liebfrauen in Werne Weiberfastnacht mit den Heiligen Halunken. Zwischen Büttenpredigt, Schlüsselübergabe und „Narr Wars“-Show setzen die Akteure auch ein Zeichen für Vielfalt und Demokratie.
Bunt geschmückt ist der Saal der Pfarrei Liebfrauen in Bochum-Werne, die Stimmung ausgelassen und fröhlich. Rund 200 Närrinnen – teilweise in männlicher Begleitung – feiern Weiberfastnacht mit den Heiligen Halunken. Nach dem Einmarsch der Stadtteilprinzessin Anne Katrin I. mit ihren Adjutanten und dem Elferrat übernimmt Torsten Dahlhaus das Wort – und findet neben humorvollen auch mahnende Töne.
„Karneval steht für Vielfalt und Toleranz“
„Ich habe gehört, dass meine Büttenpredigt am Sonntag gut angekommen ist“, sagt Dahlhaus schmunzelnd. Also hat er seine Predigt über Licht, Schatten und Gemeinschaft erneut vorgetragen. Zwischen Pointen und Applaus ist es auch nachdenklich geworden. „Karneval steht für Vielfalt und Toleranz. Gerade in Zeiten, in denen demokratische Werte untergraben werden, ist es wichtig, diese Werte zu feiern und nach außen zu tragen“, betont er.
Zugleich bedankt er sich beim SC Werne, der hinter dem Tresen mit angepackt hat. „Ohne Helfer würde es nicht gehen.“
Der Schlüssel zum Amtshaus
Nach ihrem Einmarsch bittet Anne Katrin I. Bezirksbürgermeister Dirk Meyer auf die Bühne. In dessen Tasche befindet sich der symbolische Schlüssel zum Amtshaus Bochum-Ost. Diesen muss sich die Prinzessin erst erobern. Mit Unterstützung des Elferrates gelingt dies schließlich – und damit regiert sie an diesem Tag nicht nur den Karnevals- und Musikverein Bochum-Werne, sondern auch symbolisch das Amtshaus.
„Ich bin stolz auf diesen jungen Verein, der viele Veranstaltungen wie den närrischen Landtag besucht hat. Danke an die Bezirksvertretung Ost als Veranstalter, den SC Werne und meinen Elferrat, der jede Idee mitgetragen hat“, sagt die Stadtteilprinzessin. Auch in Münster sind die Werner vertreten gewesen: „Wir waren dort mit 25 Mann und haben gezeigt, wie man Karneval feiert.“
Tänze, Funken und „Narr Wars“
Die Regentin greift selbst zum Mikrofon. „Ich kann es nicht, mache es aber trotzdem“, sagt Anne Katrin lachend – und singt. Beim Auftritt der Funkenmariechen füllt sich erstmals die Tanzfläche. Auch die Tanzsportgarde Eppendorf begeistert mit neun Tänzerinnen im Alter zwischen zwölf und 36 Jahren. Das Training zweimal pro Woche sehe man der Performance an, die Choreografie sitze präzise. „Zugabe“-Rufe lassen nicht lange auf sich warten – später kehrt die Gruppe mit einem Piraten-Motto zurück.
Tänzerisch bleibt es auch bei den Halunken-Funken. Bereits den ganzen Tag hängt ein Banner mit der Aufschrift „Narr Wars“ im Saal. Passend dazu ziehen die Tänzerinnen mit glitzerndem Cape und Lichtschwert zur Melodie aus „Star Wars“ ein. Am Ende der Show wird sogar eine Darth-Vader-Puppe von der Bühne befördert – sehr zur Freude des Publikums.
Frauen an die Macht
Im Saal feiert auch das Stadtprinzenpaar Heinz I. und Andrea I. An Weiberfastnacht hat traditionell die Frau das Sagen. „Heinz, heute ist Ruhe“, sagt Andrea schmunzelnd, als ihr Prinz sie unterbrechen will. Der Hinweis werde im Saal mit Gelächter quittiert. Dennoch dürfe Heinz mitsingen – gemeinsam präsentieren sie „Die Karnevalsmaus“, „Gute Laune“ und ihr Sessionslied.
Zum Finale kündigt Anne Katrin augenzwinkernd das „Erotischste, was der Bochumer Osten zu bieten hat“, an: das Männerballett „Unken Halunken“. Ganz in Weiß gekleidet, mit schwarzem Umhang und Darth-Vader-Maske, marschieren die Herren ein. Nach anhaltenden „Zugabe“-Rufen folgt ein schneller Umbau. Zwei Stühle werden platziert, dann erklingt die Melodie von „Superperforator“ aus „Der Schuh des Manitu“. Das Publikum jubelt – und feiert einen rundum gelungenen Weiberfastnachts-Nachmittag.
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Bilder: Jenny Musall
