Beitrag: Minister übergibt 6,6 Millionen Euro für Bochums Radverkehr
Verkehrsminister übergibt Förderbescheide Nahmobilität

(c) Sebastian Sendlak

Bochum investiert mit massiver Unterstützung des Landes in die Verkehrswende. Verkehrsminister Oliver Krischer übergibt Förderbescheide in Millionenhöhe für neue Radwege und Brücken.

Die Stadt Bochum treibt den Ausbau ihrer Infrastruktur für eine moderne Nahmobilität konsequent voran. Am 30. April nimmt Oberbürgermeister Jörg Lukat auf einem bereits fertiggestellten Teilstück der Veloroute 1 offizielle Förderbescheide von NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer entgegen. Insgesamt fließen rund 6,6 Millionen Euro in sechs verschiedene Projekte, die den Rad- und Fußverkehr im Stadtgebiet sicherer und komfortabler gestalten sollen. Das Land Nordrhein-Westfalen stellt diese Mittel gemeinsam mit dem Bund zur Verfügung, um den Mobilitätswandel lokal sichtbar zu machen. Dieser Schritt unterstreicht Bochums Ambition, sich als fahrradfreundliche Stadt im Ruhrgebiet zu etablieren.

Förderung für Brückenbau und Velorouten

Ein Kernstück der Förderung ist der Ausbau der Veloroute 1, die eine zentrale Achse zwischen der Bochumer Innenstadt und dem Stadtteil Riemke bildet. Minister Krischer erläutert, dass allein für diesen Abschnitt rund 1,9 Millionen Euro vorgesehen seien, um eine fahrradfreundliche Alternative zur stark befahrenen Herner Straße zu schaffen. Der Minister überreicht zudem einen Bescheid über 3,26 Millionen Euro für eine neue Geh- und Radwegbrücke über die A 43 in Riemke. Diese Brücke soll künftig die Stadtteile Gerthe, Hiltrup und Grumme besser mit dem Zentrum verbinden. Ein weiterer Betrag von 650.000 Euro ist für den Lückenschluss des Radweges an der Nordringtrasse in Hiltrup reserviert.

Krischer betont, dass Bochum mit diesen Investitionen ein wichtiges Signal sende und Münster sich als bisherige Vorzeigestadt „warm anziehen“ müsse. Er führt aus, dass Nahmobilität und Fahrradfahren eine Form der Fortbewegung seien, welche die Menschen in den Städten aktiv einforderten. Die Landesregierung habe sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2027 insgesamt 1.000 Kilometer neue Radwege in Nordrhein-Westfalen zu realisieren. Aktuell seien bereits über 660 Kilometer erreicht, und man baue jedes Jahr rund 200 Kilometer hinzu. Der Minister zeigt sich zuversichtlich, dass dieses Ziel durch das Engagement von Städten wie Bochum erreicht werde.

Sicherheit und Lebensqualität in den Quartieren

Oberbürgermeister Jörg Lukat hebt hervor, dass die Investitionen insbesondere der Sicherheit vulnerabler Gruppen wie Kindern und Senioren dienen. Durch die neue Infrastruktur werde die Mobilität in Bochum alltagstauglich und direkt in die Quartiere eingebettet. Lukat, der auf eine lange Karriere bei der Polizei zurückblickt, erklärt, dass sichere Radwege die Lebensqualität in der Stadt deutlich steigern würden. Auf der Veloroute 1 sorgen bereits moderne Ampelanlagen mit Radverkehr-Detektion dafür, dass Radfahrende meist ohne Halt queren können. Zudem seien Einmündungen barrierefrei umgebaut und Fahrradstraßen eingerichtet worden, um den Verkehrsfluss zu beruhigen.

Im Rahmen der Umgestaltungen werden auch gezielt Maßnahmen zur Schulwegsicherung umgesetzt, wie etwa an der Gesamtschule Heinrich Böll. Lukat erläutert, dass dort versucht werde, sogenannte „Elterntaxis“ zu verdrängen, um gefährliche Situationen für radelnde Kinder zu vermeiden. Dass für den Ausbau des Radnetzes teilweise Parkplätze weichen müssen, sei eine notwendige Entscheidung für eine zukunftsfähige Verkehrsplanung. Der Mobilitätswandel finde in Bochum nicht nur auf dem Papier statt, sondern werde vor Ort Schritt für Schritt umgesetzt. Die Veloroute 1 stehe somit als Beispiel für ein modernes Bochum und eine nachhaltige Stadtentwicklung.

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