Beitrag: Tierpark Bochum: Neues Konzept für Hummelgarten
(c) Tierpark Bochum

Der Tierpark Bochum erweitert seinen Hummelgarten um ein zoopädagogisches Beschilderungskonzept. Ein Wimmelbild und 18 Artenschilder vermitteln Artenschutz.

Im Rahmen des diesjährigen Herbstfestes im Tierpark + Fossilium Bochum hat die Einrichtung ihr neues Beschilderungskonzept für den Hummelgarten offiziell eröffnet. Die naturnahe Grünfläche neben der Nordseewelten-Anlage wird damit um einen zentralen Baustein der Umweltbildung ergänzt. Bereits in den Jahren 2022 und 2023 schufen die USB Bochum GmbH, die Regionalgruppe Rhein-Ruhr des NaturGarten e.V. sowie der Tierpark ein wertvolles Habitat für heimische Insekten. Im Zentrum steht nun ein detailreiches Wimmelbild, das die tierischen Bewohner und Pflanzenstrukturen für Groß und Klein greifbar macht. Ergänzend dazu bieten 18 kindgerecht gestaltete Artenschilder mit QR-Codes vertiefende Informationen zum Insektenschutz.

Wimmelbild und 18 Artenschilder vermitteln Insektenvielfalt

Den offiziellen Auftakt markierte die gemeinsame Pflanzung eines insektenfreundlichen Fingerkrauts durch Zoodirektor Ralf Slabik, Deborah Brand und Sabine Weinschenk vom NaturGarten e.V., Lisa Fiedler von der USB Bochum GmbH sowie Gestalterin Mirja Bartosiewicz. Für die fachgerechte Beetplanung und Bauleitung der Stauden- und Zwiebelbepflanzung zeichnete die Wittener Landschaftsarchitektin Dorothea Schulte verantwortlich. Der Garten demonstriert eindrucksvoll, wie sich bereits auf kleinem Raum schützende Rückzugsorte für Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer einrichten lassen. Wildblumen, heimische Sträucher, Totholz und Nisthilfen bilden dort ein lückenloses Nahrungs- und Nistnetzwerk. Nach der Pflanzaktion wurden die neuen Infotafeln feierlich enthüllt.

Zoodirektor Ralf Slabik betont, dass man mit der neuen Beschilderung zeigen wolle, was direkt vor der eigenen Haustür möglich sei. Der Hummelgarten diene als anschauliches Beispiel dafür, wie naturnahe Gestaltung Lebensräume schaffe und wie jeder Einzelne etwas für die Artenvielfalt tun könne. Das Wimmelbild mache diese Zusammenhänge auf niederschwellige Weise sichtbar und lade dazu ein, die heimische Natur genauer kennenzulernen. Die Schilder verbinden fundiertes Wissen mit spielerischen Elementen für Familien. Ergänzende Hinweise erklären zudem die ökologische Funktion der Totholz- und Pflanzenstrukturen für das biologische Gleichgewicht.

Vorbild für den eigenen Garten und Balkon

Das Projekt fungiert zugleich als praxisnahes Vorbild für die Gestaltung im privaten Umfeld. Was auf dem Areal des Tierparks funktioniert, lässt sich direkt auf Balkone, Terrassen, Schulhöfe oder heimische Gartenflächen übertragen. Bereits einzelne standortgerechte Gewächse, belassene Holzhaufen oder geeignete Nisthilfen leisten einen spürbaren Beitrag zur Insektenförderung im urbanen Raum. Die Kooperationspartner wollen Interessierte dazu ermutigen, selbst aktiv zu werden und naturnahe Nischen in der Stadt zu schaffen. Die Kooperation von USB, NaturGarten e.V. und Tierpark beweist, dass nachhaltiger Naturschutz keine weiten Wege erfordert, sondern unmittelbar im eigenen Lebensumfeld beginnt.

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