Beitrag: Bogestra übernimmt Schlaraffia-Areal in Wattenscheid
Jörg Filter (Personalvorstand Bogestra), Frauke Heier & Kathrin Stauber (Niering Stock Tömp Rechtsanwälte) und Dr. Thomas Schaffer Vorstand für Finanzen, Kunde und Fahrzeuge Bogestra) bei der offiziellen Schlüsselübergabe

Foto: Jenny Musall

Die Bogestra übernimmt das traditionsreiche Schlaraffia-Gelände in Wattenscheid für einen neuen Betriebshof. Auf dem Areal entstehen moderne Plätze für E-Busse.

Gestern hat die Bogestra offiziell die Schlüssel für das ehemalige Werksgelände der Matratzenmarke Schlaraffia in Wattenscheid übernommen. Das Verkehrsunternehmen kauft das Areal aus der Insolvenzmasse, um dort einen modernen Betriebshof für die wachsende Elektrobusflotte zu errichten. Parallel dazu befinden sich die Stadtwerke Bochum und die Bogestra aktuell noch im engen Austausch darüber, welcher genaue Leistungsbedarf für den neuen Standort benötigt wird. Entsprechende Detailinformationen liegen derzeit noch nicht vor, da die energietechnische Planung auf der gegenüberliegenden Seite vorbereitet wird. Für das Verkehrsunternehmen bedeutet der Schritt den Einstieg in eine neue Ära des Nahverkehrs im Ruhrgebiet.

Neuer E-Bus-Betriebshof für Bochum und Wattenscheid

Für die Verantwortlichen bietet das Areal klare Vorzüge gegenüber alternativen Flächen. Bei dem ursprünglichen Ausweichstandort hätte die Gesellschaft lediglich einen Erbpachtvertrag über 66 Jahre mit der Thelen-Gruppe schließen können. Zudem besteht auf dem Schlaraffia-Gelände bereits gültiges Planungsrecht über einen Bebauungsplan, was das Vorhaben spürbar beschleunigt. „Wir haben hier bestehendes Baurecht und wir können im Prinzip morgen loslegen und hier auf dem Grundstück unseren Betriebshof anfangen zu bauen“, erklärt Personalvorstand Jörg Filter die Lage. Der Kaufpreis bleibt vertraulich, allerdings fließen die Flächen direkt in das Sachanlagevermögen des Unternehmens ein.

Das Vorhaben ist mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 95 Millionen Euro für Grunderwerb und Neubau kalkuliert. Die vorhandenen Werkshallen aus den Jahren 1966 bis 1997 weichen vollständig neuen Gebäuden. „Kompletter Abriss aller Gebäude, die hier drauf sind“, kündigt Finanzvorstand Thomas Schaffer an. Ein Umbau der bestehenden Hallen sei technisch nicht darstellbar, da Ladeinfrastruktur und Werkstätten gänzlich andere Raumkonzepte erfordern. Zudem entstehen auf dem Gelände moderne Abstellhallen mit Dachbegrünung, Photovoltaikanlagen und Brandschutzzonen.

Millioneninvestition in moderne Ladeinfrastruktur für Wattenscheid

Der neue Betriebshof startet mit einer Kapazität von 120 Elektrobussen und bietet Raum für einen späteren Ausbau auf bis zu 160 Fahrzeuge. Gemeinsam mit dem parallel modernisierten Standort in Gelsenkirchen-Ückendorf sichert die Bogestra damit den Betrieb von insgesamt rund 230 Fahrzeugen ab. Sobald der Standort in Wattenscheid voraussichtlich Anfang des kommenden Jahrzehnts in Betrieb geht, wird der alte Betriebshof in Bochum-Weitmar komplett aufgegeben. Die vorhandene Werkstattstruktur in Weitmar lässt sich aufgrund enger Raumverhältnisse und strenger Brandschutzauflagen nicht wirtschaftlich auf Hochvolttechnik umrüsten. Ein Umbau auf zwei Ebenen sei im Vergleich zum Neubau deutlich teurer ausgefallen.

Die Umstellung der Flotte erfolgt schrittweise nach den europäischen Vorgaben zur emissionsfreien Mobilität. Bei den Neuanschaffungen setzt die Bogestra nach europaweiten Ausschreibungen auf den Hersteller BYD, der Fahrzeuge in Ungarn fertigt. „BYD ist nach wie vor, deutlich am günstigsten und hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis“, stellt Jörg Filter klar. Zusätzliches Personal benötige der Betrieb für die neuen Aufgaben nicht, da die Belegschaft seit Jahren gezielt im Hochvoltbereich qualifiziert werde. Die ersten Ausfahrten der Elektrobusse vom neuen Areal sind für die Jahre 2030 oder 2031 vorgesehen.

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