Beitrag: Bunte Zweirad-Parade für die Mobilitätswende
Demozug startet

(c) Christobal Marquez

Über 250 Menschen demonstrieren in Bochum für sichere Radwege

Farbenfroher Protest mit klarer verkehrspolitischer Botschaft: Mehr als 250 Radfahrende sind am Feiertag, 3. Oktober 2026, dem Aufruf des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Bochum gefolgt. Unter dem Leitmotiv „Weil Radfahren glücklich macht“ zog ein langer Korso aus geschmückten Fahrrädern, Lastenrädern und Kinderrädern vom Bochumer Rathaus quer durch die Stadt bis zur KoFabrik. Flatternde Windräder, bunte Luftballons und Musik machten die Aktion zu einer lebendigen Demonstration urbaner Fahrradkultur.

„Radfahren steht für Gesundheit, Klimaschutz, Lebensqualität, Freude, Spaß und Freiheit – kurz: Radfahren macht glücklich“, betonte Marek Nierychlo, Vorsitzender des ADFC Bochum, zur Begrüßung der Teilnehmenden. Gleichzeitig hob er den sozialen Aspekt des Zweirads hervor: Kaum ein anderes Verkehrsmittel lade so unkompliziert zu kurzen Gesprächen und gelebter Nachbarschaft ein.

Fröhlicher Zug mit ernster Botschaft: Infrastruktur entscheidet über den Umstieg

Hinter der ausgelassenen Stimmung stand jedoch eine deutliche Forderung an Rat und Stadtverwaltung. Noch immer meiden viele Bochumerinnen und Bochumer das Rad im Alltag, weil ihnen ein lückenloses, sicheres Radwegenetz fehlt. „Wer mehr Menschen zum Umstieg auf das Fahrrad bewegen möchte, muss ihnen eine verlässliche Infrastruktur bieten: Radwege, auf denen sich Kinder, Familien, Berufspendelnde und ältere Menschen gleichermaßen sicher fühlen“, forderte Nierychlo.

Die zweistündige Demonstrationsroute machte die aktuellen Kontraste im Bochumer Stadtgebiet spürbar. Neben verkehrsreichen Straßen mit deutlichem Nachholbedarf passierte der Tross auch Vorzeigeabschnitte wie das Teilstück des Radschnellwegs Ruhr (RS1) in Stahlhausen. Der ADFC mahnte an, die geplanten Schlüsselprojekte im Stadtgebiet jetzt mit deutlich mehr Tempo und Konsequenz voranzutreiben. Dazu zählen insbesondere:

  • Die Verlängerung der beliebten Springorumtrasse bis an den Innenstadtring

  • Die Fertigstellung der RS1-Brücke über die Bundesautobahn A40

  • Der Bau der Überführung der Opeltrasse über die A448

  • Ein weitgehend durchgängiger, geschützter Radweg entlang der Alleestraße

Ein Ausbau der Radinfrastruktur nütze letztlich allen Verkehrsteilnehmenden, so der Verband: Ein geringeres Pkw-Aufkommen sorge für freiere Straßen bei unabdingbaren Autofahrten und ermögliche einen pünktlicheren Nahverkehr bei Bussen und Straßenbahnen.

Kreatives Finale an der KoFabrik

Am Zielort an der KoFabrik klang der Aktionstag gemeinschaftlich aus. Neben der Prämierung des am kreativsten geschmückten Kinderfahrrads sorgten Michael Höffken (alias „Mischalala“) und der Liedermacher KES für das musikalische Finale. Für den ADFC Bochum markierte die Demo einen gelungenen Auftakt für die anstehenden verkehrspolitischen Debatten des Herbstes: Radfahren sorge für Glück – nun müsse die Politik endlich die sicheren Wege dafür bereiten.

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