Beitrag: Sanierung des Teichs im Harpener Bockholt startet
Natur / Bach / Wald

(c) Sebastian Sendlak

Im Bochumer Norden rollen die Bagger an

Ab Anfang Oktober 2026 saniert die Stadt Bochum das Naherholungsgebiet Bockholt in Harpen. Jahrelang machten Schlammmassen, Sauerstoffmangel und wiederkehrende Blaualgen dem Bockholtteich schwer zu schaffen. Jetzt folgt der ökologische Befreiungsschlag – Spaziergänger und Radler müssen sich allerdings auf monatelange Einschränkungen einstellen.

Wer gern im Bochumer Norden die Seele baumeln lässt, kennt das Idyll im Bockholt genau: Hier plätschert der Kirchharpener Bach durch das grüne Areal unweit von Harpen und Kornharpen. Doch das beliebte Gewässer ist seit geraumer Zeit aus dem Gleichgewicht geraten. Durch massive Sedimentablagerungen verlandete das Becken zusehends, im Sommer heizte sich das flache Wasser extrem auf. Die unschöne Folge: akuter Sauerstoffmangel und ein wiederkehrender Teppich giftiger Cyanobakterien (Blaualgen). Damit ist nun Schluss. Die Stadt Bochum beginnt im Oktober mit einer umfassenden Neugestaltung, um das Biotop fit für heiße Sommer und den Klimawandel zu machen.

Warum muss der Bockholtteich saniert werden?

Die künstliche Aufstauung des Kirchharpener Bachs hat in den vergangenen Jahrzehnten ihren Tribut gefordert:
  • Massive Verschlammung: Gewaltige Mengen an Sedimenten haben die Wassertiefe auf ein kritisches Minimum reduziert.
  • Nährstoffüberhang & Sauerstoffnot: Zu viele Nährstoffe im flachen Gewässer führten regelmäßig zu gefährlichen Sauerstofftiefs für Fische und Wasserlebewesen.
  • Blaualgen-Plage: Regelmäßige Algenblüten machten das Gewässer im Sommer nicht nur unansehnlich, sondern stellten auch für Hunde und Spaziergänger ein Risiko dar.

Neuer Bachlauf und Renaturierung: Was genau passiert am Gewässer?

Die Stadtverwaltung setzt nicht nur auf den Bagger, sondern auf ein durchdachtes ökologisches Gesamtkonzept:
  • Natürlicher Bachlauf statt Stausee: Der nordwestliche Teil des Teichs wird etwa bis zur Hälfte verfüllt. Der Kirchharpener Bach erhält hier ein neues, sanft geschwungenes und naturnahes Bett.
  • Flachwasserzonen gegen Dürre: Zusätzliche Überflutungsbereiche halten künftig Wasser bei Starkregen zurück und sichern die Sauerstoffversorgung auch in langen Trockenperioden.
  • Entschlammung im Südosten: Der verbleibende Teichbereich im südöstlichen Abschnitt wird gründlich ausgebaggert und vertieft. Das sorgt für kühlere Wassertemperaturen und stabilere Verhältnisse im Sommer.
  • Freie Bahn für Fische: Eine neu errichtete Sohlrampe gleicht Höhenunterschiede aus, damit Wasserorganismen ungehindert wandern können.
  • Moderne Brücken & natürliches Ufer: Alte Betongittersteine sowie ein altes Schachtbauwerk verschwinden. Zudem erneuert die Stadt die beiden Brückenbauwerke am westlichen und östlichen Ufer.
Das vertraute Landschaftsbild des Naherholungsgebiets bleibt trotz der massiven Erdarbeiten im Kern erhalten – wird aber ökologisch robuster und widerstandsfähiger.

Wichtige Hinweise für Spaziergänger und Radfahrer

Die Arbeiten beginnen in den ersten Oktobertagen mit Rodungsmaßnahmen und der Baustelleneinrichtung. Für die Sicherheit im Naherholungsgebiet greift die Stadt zu klaren Maßnahmen:
  • Rundum-Sperrung: Die Spazier- und Radwege unmittelbar rund um den Bockholtteich sind während der gesamten Bauphase voll gesperrt.
  • Keine offizielle Umleitung: Weil das Wegenetz im Bockholt weit verzweigt ist und keine feste Radverkehrsroute durchschneidet, wird keine gesonderte Umleitungsstrecke ausgeschildert.
  • Orientierung vor Ort: An allen Parkzugängen stellen die Technischen Betriebe große Informationstafeln auf. Dort sind alle gesperrten Teilstücke sowie die weiterhin offenen Pfade übersichtlich kartiert.

Wie lange dauern die Arbeiten?

Nach aktuellem Zeitplan der Stadt Bochum sollen sämtliche Maßnahmen bis Ende Februar 2027 abgeschlossen sein. Pünktlich zum kommenden Frühjahr soll der Bockholtteich dann als lebendiges, sauberes und klimafestes Gewässer für Mensch und Natur wieder uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

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