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Maiabendfest
Die Sicherung von Großveranstaltungen gegen Gefahren und Terrorrisiken entwickelt sich für die Stadt Bochum zu einem massiven Kostenfaktor: Exakt 608.430,59 Euro hat die Kommune in den Jahren 2025 und 2026 für Zufahrtssperren und verkehrslenkende Maßnahmen aufgewendet. Das geht aus einer offiziellen Stellungnahme des Ordnungs- und Veterinäramtes auf eine Anfrage der CDU-Ratsfraktion im Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss hervor.
Während Traditionsveranstaltungen wie Karneval und das Maiabendfest auf Ratsbeschluss weiterhin voll abgesichert werden, fielen Zuschüsse für andere Publikumsmagneten im laufenden Jahr komplett weg – eine Praxis, die vor dem Hintergrund der aktuellen Finanznot nun eine politische Debatte über die Zukunft von Bochumer Aushängeschildern entfacht.
Drastische Reduzierung: Nur noch Brauchtum im Jahr 2026 gefördert
Nach den Daten der Stadtverwaltung beliefen sich die Aufwendungen im Jahr 2025 noch auf insgesamt 417.067,88 Euro. Davon entfielen 302.274,53 Euro auf den physischen Zufahrtsschutz und 114.793,35 Euro auf verkehrslenkende Beschilderungen und Schranken. Möglich gemacht hatte dies ein einmaliger Beschluss des Ältestenrates, der 2025 auch nicht-traditionellen Events unter die Arme griff: Private und städtische Veranstaltungen erhielten damals Zuschüsse für Zufahrtsblockaden – darunter der Bochumer Weihnachtsmarkt (53.980,00 Euro), das Festival Bochum Total (29.643,45 Euro), der Stadtwerke Halbmarathon (15.000,00 Euro), der Bochumer Musiksommer (9.808,00 Euro) sowie Bochum Kulinarisch (9.055,00 Euro).
Im laufenden Jahr 2026 sank das Gesamtbudget drastisch auf 191.362,71 Euro (116.327,26 Euro für Zufahrtsschutz, 75.035,45 Euro für Verkehrssicherung). Der Grund: Eine Verlängerung der Förderrichtlinie für freie Events fand nicht statt. Die Mittel flossen ausnahmslos in gesetzte Traditionsveranstaltungen:
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Bochumer Maiabendfest: 56.340,55 Euro für Zufahrtsschutz sowie 14.220,50 Euro für Verkehrssicherung.
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Rosenmontagsumzug Höntrop/Sevinghausen: 43.275,54 Euro (Zufahrtsschutz) und 35.408,45 Euro (Verkehrssicherung).
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Rosenmontagsumzug Linden: 16.711,17 Euro (Zufahrtsschutz) und 25.406,50 Euro (Verkehrssicherung).
Für den Karnevalsumzug Wattenscheid fielen 2026 laut Übersicht keine Abrechnungen an, während weitere Übernahmen oder Förderungen im Restjahr laut Verwaltung ausgeschlossen sind.
CDU-Fraktionschef Herlitz: „Existenzielle Fragen außerhalb des Brauchtums“
Die Verwaltung begründet die seit 2023 kontinuierlich steigenden Kosten vor allem mit spürbaren Preissprüngen bei externen Dienstleistern und Sicherheitspersonal. Grundsätzlich bleibe die Verpflichtung zur Kostentragung beim jeweiligen Veranstalter – lediglich das historische Brauchtum genieße Bestandsschutz.
Genau an dieser Schnittstelle schlägt die CDU-Ratsfraktion Alarm. „Wir haben uns als CDU immer dafür stark gemacht, dass ganz besonders unsere Traditionsveranstaltungen auch unter gestiegenen Sicherheitsanforderungen stattfinden müssen. Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die wir uns leisten müssen“, stellt Fraktionsvorsitzender Karsten Herlitz klar.
Gleichzeitig mahnt Herlitz jedoch den Erhalt der urbanen Eventvielfalt an: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Haushaltskrise stellen sich existenzielle Fragen bei Veranstaltungen außerhalb des Spektrums der traditionellen Termine. Ich erinnere daran, dass die Macher des Stadtwerke Halbmarathons bereits die Frage aufgeworfen haben, ob das Event noch finanzierbar ist. Das Thema muss auf jeden Fall im Zuge der Haushaltsberatungen auf den Tisch.“ Wenn etablierte Sport- und Kulturformate die ausufernden Sicherheitsauflagen vollständig allein schultern müssten, drohe ihnen im Sparkurs das endgültige Aus.
