Beitrag: Zwischen Großeinsatz in Wattenscheid, Schulwegsicherung und Realsatire auf dem E-Scooter
E-Scooter

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Einsatzkräfte in Bochum und Umgebung blicken auf ereignisreiche Tage zurück. Während in Wattenscheid ein Küchenbrand für Aufregung sorgte und die Polizei den anstehenden Schulstart von tausenden Erstklässlern vorbereitet, lieferte eine Verkehrskontrolle an der Dorstener Straße Stoff für ungläubiges Kopfschütteln.

Küchenbrand am August-Bebel-Platz: Wohnung unbewohnbar

Am Mittwochnachmittag rückten rund 30 Rettungskräfte nach Bochum-Wattenscheid aus. Um 14:38 Uhr meldeten Zeugen dichten Rauch, der aus einer Wohnung im zweiten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses am August-Bebel-Platz quoll.

Dank des schnellen Eingreifens beherzter Nachbarn befand sich der Bewohner bei Ankunft der Feuerwehr bereits im Freien. Sowohl er als auch eine weitere Person zogen sich leichte Rauchgasvergiftungen zu und mussten nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden.

Unter Atemschutz drang ein Trupp der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Wattenscheid-Mitte in die Wohnung vor und löschte das Feuer, das in der Küche ausgebrochen war, schnell mit einem Strahlrohr ab. Nach anschließenden Lüftungsmaßnahmen konnte der Einsatz nach rund 90 Minuten beendet werden. Die Brandursache ist noch unklar; die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Brandwohnung ist vorerst unbewohnbar.

Sicherheit zum Schulstart: Großaufgebot für 5.596 i-Dötzchen

Mit Blick auf den ersten Schultag am Donnerstag, 3. September, schlägt die Polizei Bochum präventive Töne an. Insgesamt 5.596 Abc-Schützen machen sich im Zuständigkeitsbereich der Behörde erstmals auf den Schulweg – davon 3.167 in Bochum, 1.545 in Herne und 884 in Witten.

Nachdem im vergangenen Jahr zehn Schulkinder auf ihrem Schulweg verunglückt waren, intensiviert die Polizei vom 2. bis zum 18. September ihre Kontroll- und Aufklärungsmaßnahmen:

  • Verkehrserziehung: Bezirksbeamte trainieren mit den Schulanfängern das sichere Überqueren der Straße an Fußgängerüberwegen und Gefahrenstellen sowie das richtige Verhalten an Bushaltestellen.

  • Kontrollen vor Schulen: Geplant sind verstärkte Tempomessungen, die Überprüfung von Kindersitzen und Gurten sowie Fahrradkontrollen mit Blick auf Licht und Bremsen.

  • Fokus „Elterntaxis“: Die Polizei appelliert an Eltern, Halt- und Parkverbote vor Schulen strikt zu beachten. Haltende Fahrzeuge im Schulumfeld behindern die Sicht der Kinder und zwingen sie oft auf die Fahrbahn – Verstöße sollen konsequent geahndet werden.

Realsatire an der Kreuzung: Zwei E-Scooter, null Versicherung und Badelatschen

Dass Aufklärung im Straßenverkehr dringend nötig ist, zeigte sich am Dienstagmittag an der Kreuzung Dorstener Straße/Zechenstraße. Dort beobachteten Beamte einen 46-jährigen Bochumer auf einem E-Scooter, der sein dreijähriges Kind vor sich an der Lenkstange über den Radweg auf der Fahrbahn mitfahren ließ. Der Fahrer überfuhr eine rote Ampel und war ohne jedes Versicherungskennzeichen unterwegs – das Gefährt hatte er erst am Vortag gekauft.

Als die Polizisten nach einem vorbeifahrenden Scooter Ausschau hielten, um dem Vater zu veranschaulichen, wie ein gültiges Versicherungskennzeichen aussieht, rollte das nächste Problem heran: Ein 36-jähriger Herner kam ihnen als Geisterfahrer auf der falschen Radwegseite entgegen – bekleidet mit Jogginganzug und Badelatschen, eine Hand lässig in der Hosentasche.

Bei der Überprüfung stellte sich heraus: Das blaue Kennzeichen stammte aus dem abgelaufenen Verkehrsjahr 2024/2025 und gehörte ursprünglich zu einem anderen Roller. Der polizeibekannte Mann hatte es nach eigenen Angaben kurzerhand „abgeknibbelt“ und umgeklebt.

Beide Männer mussten ihren Weg zu Fuß fortsetzen. Neben den diversen Verkehrsverstößen leiteten die Beamten Verfahren wegen Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz ein; gegen den 36-jährigen Geisterfahrer wird zusätzlich wegen Kennzeichenmissbrauchs und Urkundenfälschung ermittelt.

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