Beitrag: Haus Kemnade: Konzert widmet sich der historischen Klappentrompete
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Haus Kemnade

Ein besonderes Sommerkonzert im Kulturhistorischen Museum Haus Kemnade beleuchtet das musikalische Erbe der Klappentrompete. Der Eintritt zum Konzert am 9. August ist frei.

Das Kulturhistorische Museum Haus Kemnade an der Straße An der Kemnade 10 lädt Musikbegeisterte zu einer besonderen Zeitreise ein. Am Sonntag, 9. August 2026, steht um 16:00 Uhr ein Sommerkonzert auf dem Programm, das sich vollumfänglich der Klappentrompete und ihrer Klangwelt widmet. Die beiden Musiker Pedro Henrique de Souza Rosa an der Trompete und der Pianist Pedro Henrique Girotti Sperandio gestalten den Nachmittag musikalisch. Der Aufführungsort könnte nicht passender gewählt sein: Das Konzert findet inmitten der aktuellen Sonderausstellung „Blecherne Vielfalt“ statt und verbindet so historische Instrumentenkunde mit praktischer Tonkunst.

Das Repertoire des Nachmittags umfasst ein breit gefächertes Spektrum klassischer und romantischer Kompositionen. Auf dem Spielplan stehen Werke von bekannten Meistern wie Johann Höffner, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Giuseppe Verdi. Als besonderes musikalisches Highlight wird zudem das Divertimento von Trenkivitz nach langer Zeit wieder aufgeführt. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist kostenfrei, die Veranstalter freuen sich jedoch über freiwillige Spenden zur Unterstützung der Museumsarbeit.

Erfindung veränderte die Bläsermusik des 18. Jahrhunderts

Die Entwicklung der Klappentrompete markierte einen entscheidenden Wendepunkt in der Instrumentengeschichte. Ende des 18. Jahrhunderts gelang es dem Wiener k. u. k. Oberhoftrompeter Anton Weidinger, die bisherigen technischen Beschränkungen der herkömmlichen Naturtrompete zu überwinden. Im Jahr 1798 war das neuartige Blasinstrument erstmals öffentlich zu hören. Durch das neuartige Klappensystem konnten erstmals chromatische Tonleitern präzise gespielt werden, was völlig neue spieltechnische und klangliche Möglichkeiten eröffnete.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Klappentrompete zu einem gefragten Instrument im europäischen Raum, insbesondere in Österreich, Böhmen und Italien. Auch international fand sie rasche Verbreitung und setzte sich in Ländern wie Brasilien und den USA durch. Mit der späteren Erfindung und stetigen Weiterentwicklung des Ventilsystems im Trompetenbau verlor das Instrument jedoch allmählich an Bedeutung. Um das Jahr 1850 geriet die Klappentrompete schließlich nahezu vollständig außer Gebrauch, weshalb das Konzert im Haus Kemnade eine seltene Gelegenheit bietet, ihren Originalklang live zu erleben.

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