
Das Team vom ‚Safe Space‘ bei den Renovierungsarbeiten
Foto: Nina Elias
Mit dem Safe Space im Keller der Liebfrauen-Gemeinde in Linden ist ein Gemeinschaftsprojekt ausgezeichnet worden. Dabei hat Nina Elias stellvertretend für die Gruppe die Ehrenamtsmedaille der Stadt Bochum bekommen.
Kinder und Jugendliche sind in der heutigen Zeit vielen unsicheren Situationen ausgesetzt. Sei es die Berichterstattung in den Nachrichten oder auf Social Media. Sie bekommen die Lage der Welt mit. Dazu kommen noch die eigenen Probleme des Heranwachsens. Um sich auszutauschen, fehlt ein sicherer Ort. Dieser ist mit dem Safe Space im Keller der Liebfrauen-Gemeinde entstanden. Bevor dieser Ort jedoch entstanden ist, haben erst einmal aufwendige Renovierungs- und Sanierungsarbeiten auf dem Plan gestanden.
Sanierungs- und Renovierungsarbeiten waren für den Safe Space notwendig
Angefangen hat alles mit einem Problem: Der Backofen im Keller des Gemeindehauses der Liebfrauen-Gemeinde in Linden ist defekt gewesen. „Der Ofen ist nicht richtig warm geworden, was schon blöd ist, wenn man mit den Kindern Pizza machen will“, erinnert sich Nina Elias. So ist die 25-Jährige zum Küster gegangen und hat gefragt, ob sie etwas ändern dürfen. „Darf ich etwas machen? Und dann hat er gesagt: ‚Ja, wenn du meinst, dann mach das‘“, hat er gesagt. Doch bei dem Backofen ist es nicht geblieben, da der gesamte Keller im Gemeindehaus sanierungsbedürftig gewesen ist. So ist der Safe Space für Jugendliche entstanden. Und für dieses Projekt hat Nina Elias stellvertretend eine Auszeichnung in Form der Ehrenamtsmedaille der Stadt Bochum bekommen.
„Ich habe das nicht alleine gemacht, da stehen auch noch andere hinter“, betont Elias die Teamarbeit. Auch in der Laudatio von Bezirksbürgermeister Marc Gräf wird deutlich, dass es eine Leistung von einer Gruppe ist und keine Einzelleistung. „Euer Engagement zeigt, was möglich ist, wenn Haltung auf Handeln trifft, wenn Fachlichkeit mit Menschlichkeit verbunden wird“, sagt Gräf bei der Verleihung im Repräsentationsflur des historischen Rathauses Bochum. So ist es nicht verwunderlich gewesen, dass Gräf selbst sich die Baustelle angeschaut und von der Bezirksvertretung im Rahmen einer Förderaktion Wandfarbe gesponsert hat.
Safe Space ist ein sicherer Ort für Kinder und Jugendliche in Linden
Denn ohne Helfer, die beispielsweise einen Kühlschrank oder auch Materialien für die umfangreiche Sanierung gespendet haben, wäre es nicht möglich gewesen, einen Safe Space für Kinder und Jugendliche zu errichten. „Ich habe das Handwerkliche gemacht und Nina hat die Kontakte hergestellt und das Material besorgt“, sagt die Schwester von Nina, Susann Elias. So haben sich die Schwestern ergänzt und so alles in Eigenleistung machen können. Lokale Handwerker haben ebenfalls von dem Vorhaben erfahren und ihre Freizeit gespendet und samstags unter anderem neue Steckdosen verlegt.
So ist in monatelanger Arbeit ein Keller für die Jugendlichen entstanden, der ihnen einen sicheren Ort bietet. Natürlich wird über die eigenen Probleme und das Weltgeschehen gesprochen, aber es soll nicht überhandnehmen. „Hier kann jeder sein, wie er ist. Und das ist uns wichtig. Es ist unser Safe-Space“, sagt Nina. Denn für die Kinder und Jugendlichen ist es wichtig, einen Rückzugsort zu haben, in dem sie eine Gemeinschaft ohne Vorurteile erleben. Und genau das wird im Safe-Space gelebt: Gemeinsam schöne Dinge erleben und etwas unternehmen.
