Beitrag: Weltreise vor der Webcam: Künstlergespräch mit Jens Sundheim im Haus Kemnade
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Haus Kemnade

Ein Vierteljahrhundert im Visier automatischer Kameras: Der Fotograf Jens Sundheim spricht über sein außergewöhnliches Langzeitprojekt „Das mechanische Auge“ und seine weltweiten Erlebnisse zwischen Kunst und Polizeigewahrsam.

Das Kulturhistorische Museum Haus Kemnade wird zum Schauplatz für einen tiefen Einblick in die moderne Fotokunst. Der Kunstverein Bochum e.V. lädt im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Jens Sundheim – Das mechanische Auge“ zu einem exklusiven Künstlergespräch ein. Am Sonntag, 12. Juli 2026, um 15:00 Uhr wird der renommierte Fotograf und Videokünstler Jens Sundheim gemeinsam mit dem Ausstellungskurator Reinhard Buskies die Hintergründe seiner Arbeit beleuchten. Die Veranstaltung findet in den Räumlichkeiten des Museums (An der Kemnade 10, Hattingen) statt, der Eintritt ist für alle Besucherinnen und Besucher frei.

25 Jahre im Blickfeld globaler Überwachung

Das Projekt von Jens Sundheim ist ein faszinierendes Experiment über Identität, Raum und digitale Überwachung im 21. Jahrhundert. Seit mittlerweile 25 Jahren reist der Künstler um die ganze Welt, um sich gezielt von öffentlich zugänglichen, permanent laufenden Webcams ablichten zu lassen. Die Motive und Orte seiner Kunst könnten dabei kaum gegensätzlicher sein:

  • Globale Metropolen: Sundheim reiste für seine Aufnahmen unter anderem nach New York, Moskau, Duisburg oder Wuppertal.

  • Geheimnisvolle Orte: Zu seinen Zielen gehört der hochgesicherte Kontrollraum der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) in Darmstadt ebenso wie triste, einsame Hinterhöfe oder anonyme, vielbefahrene Straßenkreuzungen.

  • Die Inszenierung: Die exakten Standorte und Blickwinkel der Kameras recherchiert der Künstler vorab akribisch am PC. Auf den finalen Bildern taucht er stets als stumme, breitbeinig direkt in die Linse blickende Randfigur auf.

Dass diese Form der Aktionskunst im öffentlichen Raum nicht immer reibungslos verläuft, zeigt eine Anekdote aus den USA: Wegen seines vermeintlich seltsamen und verdächtigen Benehmens bei der millimetergenauen Suche nach dem richtigen Kamerablickwinkel wurde Sundheim in den Vereinigten Staaten sogar einmal von der New Yorker Polizei verhaftet und zeitweise inhaftiert.

Ausstellung läuft bis September: Kulturförderung durch die Stadt

Wer am Sonntag keine Zeit findet, hat noch den gesamten Sommer über Gelegenheit, die Werke zu betrachten. Die Ausstellung „Jens Sundheim – Das mechanische Auge“ ist noch bis zum 13. September im Kulturhistorischen Museum Haus Kemnade zu sehen. Die Öffnungszeiten sind jeweils von dienstags bis sonntags zwischen 12:00 und 18:00 Uhr.

Präsentiert wird das Projekt vom Kunstverein Bochum e.V., dessen engagierte Kulturarbeit kontinuierlich durch das städtische Kulturbüro gefördert und unterstützt wird.

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