Beitrag: DBM: Zwischen Forschungsmillionen und Science Slam
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Deutsches Bergbaumuseum zur Extraschicht

Ein millionenschweres Archäologie-Projekt, ein anstehender Science Slam und packende Einblicke hinter die Kulissen der Event-Abteilung prägen den aktuellen Newsletter des Leibniz-Forschungsmuseums.

Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum blickt auf eine ereignisreiche Woche zurück und steuert gleichzeitig auf einen ereignisreichen Kulturessommer zu. Nach einer trotz extremer Sommerhitze bestens besuchten „ExtraSchicht“, bei der das angenehm kühle Anschauungsbergwerk unter Tage zum absoluten Publikumsmagneten avancierte, hat das Museum nun seinen aktuellen Newsletter „Über & Unter Tage“ veröffentlicht. Das Spektrum der Neuigkeiten reicht von einem millionenschweren Erfolg für die Bochumer Archäologie über kunsthistorische Neuentdeckungen bis hin zu den anstehenden Höhepunkten des Sommerferien-Programms.

Millionen-Förderung für archäologisches Langzeitprojekt

Ein echter Paukenschlag gelang der Bochumer Wissenschaft in der Grundlagenforschung. Das ambitionierte Forschungsprojekt „Westgermanien im Wandel“, an dem Prof. Dr. Thomas Stöllner (Leiter der Grundlagenforschung am Deutschen Bergbau-Museum Bochum) maßgeblich beteiligt ist, wurde offiziell in das renommierte Forschungsprogramm der deutschen Wissenschaftsakademien aufgenommen.

Das Vorhaben ist auf eine Laufzeit von stolzen 18 Jahren ausgelegt und wird mit einer Gesamtsumme von rund 10,7 Millionen Euro gefördert. In enger Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum und der koordinierenden Universität Göttingen widmet sich das Projekt der systematischen Erschließung und digitalen Analyse von Großgrabungen aus der römischen Kaiserzeit im Raum zwischen Weser, Rhein und Nordsee. Für den Museumsstandort Bochum bedeutet diese langfristige Förderung eine massive Stärkung der internationalen Sichtbarkeit.

Science Slam und Neufunde im montan.dok

Auch für die breite Öffentlichkeit wird Wissenschaft im Juli auf der Bühne lebendig. Am Mittwoch, den 8. Juli 2026, lädt der Leibniz-WissenschaftsCampus ReForm zum dritten Science Slam in das Museum ein (Einlass: 18:00 Uhr, Beginn: 19:00 Uhr). Forscherinnen und Forscher präsentieren ihre Projekte in kurzweiligen, leidenschaftlichen Vorträgen. Das Besondere: Das Publikum fungiert als Jury und kürt per Wertung den Sieger des Abends.

Parallel dazu vermeldet das angeschlossene Dokumentationszentrum montan.dok einen überraschenden Coup für die Kunstgeschichte des Ruhrgebiets. Im Nachlass des Essener Malers und Grafikers Bernt Rösel (1912–1998) wurden bislang gänzlich unbekannte Arbeiten entdeckt. Die Werke belegen, dass Rösel weit intensiver für die heimische Schwerindustrie tätig war als bislang angenommen. Seine Maschinenstudien und Industriedarstellungen füllen ikonografische Leerstellen und brechen mit dem klassischen, stereotypen Bergmann-Bild. Die Neufunde sind ab sofort in den Musealen Sammlungen online recherchierbar. Als historisches „Objekt des Monats Juli“ präsentiert das Archiv zudem frühe Vorläufer einer Betriebsstatistik aus dem Bleibergbau bei Mechernich im 18. Jahrhundert.

Programmtipps für die Ferien und ein Blick hinter die Kulissen

Pünktlich zum Start der NRW-Sommerferien lockt das Haus mit kreativen Mitmachaktionen. Neben dem täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr frei zugänglichen Anschauungsbergwerk (inklusive des Kinder-Audioguides von Shary Reeves) listet der Kalender folgende Highlights:

  • Sonntag, 5. Juli (15:00 Uhr): Vortrag von Prof. Dr. Ferdinand Ullrich über die kunstgeschichtliche Einordnung der Künstlerin Tisa von der Schulenburg.

  • Mittwoch, 15. Juli (16:30 Uhr): Erlebnisführung „Nachts im Bergwerk“.

  • Mittwoch, 22. Juli (09:30 Uhr): Kreativer Ferienworkshop „Tobias, das letzte Grubenpferd“.

Wie dynamisch das Museum abseits der Ausstellungen ist, verdeutlicht die Rubrik „Wir im Deutschen Bergbau-Museum Bochum“. Diesmal wird Elias Lozynski vorgestellt. Der gebürtige Bochumer fing 2024 als studentische Hilfskraft an und leitet seit Januar 2026 in Vollzeit den Bereich Firmen- und Unternehmensevents in der Stabsstelle Public Affairs.

Als sein bisheriges persönliches Highlight beschreibt Lozynski den Abiball eines Essener Gymnasiums im Sommer 2025 mit 540 Personen, den sein Team extrem kurzfristig übernahm, weil die ursprüngliche Location abgebrannt war: „Das war ein echter Kraftakt aller Beteiligten, aber am Ende waren alle von der Kulisse im Atrium im Schatten des Fördergerüstes begeistert.“ Für ihn seien Museen eben keine reinen „Lagerstätten für alte Dinge“, sondern lebendige Orte der unerwarteten Begegnung.

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