Beitrag: Großbrand in Bochum-Linden: Einzelhandelsgeschäft vollständig zerstört
Großbrand an der Hattinger STraße-24

(c) Sebastian Sendlak

Über einhundert Einsatzkräfte kämpften an der Hattinger Straße gegen das Feuer. Neben der extremen Hitze machten den Rettern auch zahlreiche uneinsichtige Schaulustige zu schaffen.

Ein verheerender Großbrand im Bochumer Stadtteil Linden hat am Donnerstagabend zu einem massiven Aufgebot an Rettungskräften geführt. Gegen 18:05 Uhr gingen in der Leitstelle der Feuerwehr die ersten Notrufe ein, die ein Feuer in einer Filiale des Einzelhändlers Tedi an der Hattinger Straße meldeten. Beim Eintreffen der ersten Löschzüge stand das Ladengeschäft bereits in voller Ausdehnung in Flammen. Eine weithin sichtbare, tiefschwarze Qualmwolke legte sich über das Wohngebiet. Trotz des rasanten Brandausbruchs gab es eine große Erleichterung zu vermelden: Nach aktuellen Erkenntnissen wurde bei dem Vorfall niemand verletzt.

Lösch-Bohrgerät aus Essen im Einsatz gegen Glutnester

Das Feuer entwickelte in kürzester Zeit eine enorme Dynamik. Die Flammen fraßen sich schnell durch den Verkaufsraum und griffen auf das rückwärtig gelegene Lager des Marktes über. Da dieses Lager prall gefüllt war, fand das Feuer reichlich Nahrung. Das direkt angrenzende Wohn- und Geschäftsgebäude wurde durch den Brand erheblich beschädigt. Die starke thermische Belastung führte zu sichtbaren Rissen im Mauerwerk, weshalb das Gebäude umgehend von der Strom- und Gasversorgung getrennt wurde. Es ist bis auf Weiteres unbewohnbar. Die Bewohner der umliegenden Nachbarhäuser hatten mehr Glück: Ihre Gebäude wurden zwar kontrolliert, blieben aber weitgehend unbeschädigt, sodass sie noch am Abend in ihre Wohnungen zurückkehren konnten.

Die Brandbekämpfung gestaltete sich für die Rettungskräfte auch wegen der sommerlichen Außentemperaturen als Herkulesaufgabe. Insgesamt 104 Feuerwehrleute der Bochumer Berufsfeuerwehr sowie nahezu der kompletten Freiwilligen Feuerwehr waren vor Ort, inklusive einer Drohne mit Wärmebildkamera. Aufgrund der Einsturzgefahr und der extremen Hitze im Innenraum setzten die Retter auf eine moderne Taktik und forderten Spezialgerät an: Vier Einsatzkräfte der Feuerwehr Essen unterstützten die Bochumer Kollegen mit einem innovativen, wasserangetriebenen Lösch-Bohrgerät. Mit diesem System wurde von oben ein Loch in das Dach des brennenden Lagers gebohrt, um Wasser direkt an die Brandnester zu bringen, ohne dass Wehrleute das Gebäude betreten mussten. Flankiert wurde der Angriff durch sechs klassische Strahlrohre und drei Wenderohre über Drehleitern.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Probleme durch Schaulustige an den Absperrungen

Neben den anspruchsvollen Löscharbeiten sahen sich die Einsatzkräfte mit einem gesellschaftlichen Problem konfrontiert. Das Brandereignis zog eine Vielzahl von Schaulustigen an, die sich im Bereich der Hattinger Straße versammelten. Erschwerend kam für die Polizei und die Absperrkräfte hinzu, dass etliche Personen erhebliche Uneinsichtigkeit zeigten. Mehrere Schaulustige übertraten die gezogenen Sicherheitsabsperrungen, um einen besseren Blick auf das Geschehen zu erhaschen oder Aufnahmen mit dem Smartphone zu machen. Besonders bedenklich war für die Helfer vor Ort, dass einige Erwachsene dabei sogar kleine Kinder mit sich führten und diese damit den giftigen Rauchgasen und potenziellen Gefahrenbereichen aussetzten. Die Polizei musste mehrfach konsequent durchgreifen, um die Zuwegungen für weitere Rettungsfahrzeuge freizuhalten.

Die logistischen Auswirkungen auf den Stadtteil Linden blieben immens. Für die Dauer der aufwendigen Arbeiten wurde die Hattinger Straße komplett für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Auch der öffentliche Nahverkehr kam erzwungenermaßen zum Erliegen: Die BOGESTRA musste die Oberleitungen der Straßenbahn aus Sicherheitsgründen abschalten und erden. Obwohl der Brand nach etwa zwei Stunden unter Kontrolle gebracht werden konnte, dauern die aufwendigen Nachlöscharbeiten der dichten Lagerbestände noch an und werden sich bis tief in die Nacht hineinziehen. Die Verkehrs- und Sperrmaßnahmen werden daher bis in die späten Abendstunden aufrechterhalten. Zur genauen Brandursache hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen.

Nachlöscharbeiten dauern an

Die Nachlöscharbeiten gestalten sich schwieriger als geplant. Auch am Freitagmorgen ist die Hattinger Straße weiterhin gesperrt, was neben dem Autoverkehr auch Einfluss auf Bus und Bahn hat. Laut Meldung der Feuerwehr mussten aufgrund der hohen Außentemperaturen auch weitere Berufsfeuerwehren, THW und freiwillige Feuerwehr akquiriert werden. Da einige Gebäudeteile noch immer nicht betreten werden können, erfolgt ein Großteil der Bekämpfung des Brandes von Außen.

Das angrenzende Wohngebäude muss unterdes auch von der Stadt Bochum kontrolliert werden. Eine Abschluss Meldung soll nach Einsatzende erfolgen.

Auf Social Media teilen